Und schon wieder ist so viel Zeit vergangen. Das beste Beispiel dafür ist unser Teilzeit-Leih-Garten, den wir diesen Sommer immer wieder besuchen dürfen.

Begonnen hat alles am 9. Mai, als wir unsere ersten Samen säten. Hannes hat den halben Baumarkt leer gekauft: Salatrauke, Mangold, Asiasalatmischung, Grünkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Rosenkohl und Hokkaido. Dazu die Zuckererbsensamen, die ich ihm schon im März mitgebracht hatte. Bevor der Hokkaido ins Beet kam, zogen wir ihn in einem selbstgebauten Gewächshaus (Kühlschrankfach + Folie + Klebeband) hoch. Als wir nach dem Wochenende wieder in die Wohnung kamen, war er sooo groß geworden!

Als eines schönen Morgens auf dem Weg zur Arbeit mein Fahrrad die Biege gemacht hatte, entschieden wir ganz solidarisch, gemeinsam die 3,5 km zum Garten zu laufen. Ausgerechnet am bisher heißesten Tag. Mit Sonnencreme, die einfach nicht einziehen wollte, konnte man uns wie Geister über Feld- und Sandwege laufen sehen.

Jede Woche überrascht uns der Garten mit höheren und bunteren Pflanzen. Ich wusste gar nicht, dass es so schnell geht. Bisher mussten wir kaum Unkraut entfernen – außer den Topinambur, der jedes mal irgendwo hervorlugt, obwohl er da gar nicht mehr hingehört.

Die Kamille musste leider das Feld räumen. Wir schnitten sie daher herunter, trockneten die Sträuße und nahmen schließlich ein sehr wohltuendes Bad. Die nachfolgende Säuberungsaktion der Badewanne dauerte leider doppelt so lange …

Als die Pumpe noch nicht angeschlossen war, bedienten wir uns im Flüsschen hinterm Haus (der sogar einen Namen hat: „Sulze“) und schöpften Wasser für die Beete.

Quelle

Damit die Eimer genug Wasser fassen können, gräbt Hannes das Flussbett tiefer.

Sogar Bienenstöcke gibt es in einer Gartenecke, die in direkter Flugschneise zum Kirschbaum stehen. Der Honig der Bienen wird hier fair verspeist. Nur der hintere Teil des Kastens – also die Überproduktion – wird genutzt.

Und dann neigte sich der Tag auch schon wieder dem Ende entgegen. Ein Erst-die-Arbeit-dann-das-Vergnügen-Bierchen auf der Terrasse und schließlich ein Spaziergang in der wärmenden Abendsonne. Bis nächste Woche, lieber Garten!

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