Atemnot – Ilsa J. Bick (4/5) 348 SeitenDie Glücksfee hat endlich wieder zugeschlagen. Und zwar ordentlich heftig kräftig. Mitte August gewann ich eines der bisher unveröffentlichten Exemplare zu „Atemnot“ von Ilsa J. Bick. Nicht einfach so, sondern im Rahmen einer Lesechallenge. Lovelybooks organisiert jeden Monat einen Wettbewerb, bei dem sich mindestens 50 Leser zu einem vorgegebenen Buch austauschen und verschiedene Aufgaben erfüllen können. Das fetzt besonders, weil das Buch dadurch in gewissem Maße interaktiv wird.

Rezensiönchen

Endlich ein Buch, welches dem oft viel zu leichtfertig verwendetem Nicht-mehr-aus-der-Hand-legen-können gerecht wird. Ilsa J. Bick treibt ein Verwirrspiel mit dem Leser und lässt diesen regelrecht durch’s Buch rennen, um des Rätsels Lösung auf die Spur zu kommen.

„Atemnot“ verfügt über einen sehr speziellen, anspruchsvollen Schreibstil. Da das Buch ursprünglich aus dem Englischen stammt, hat auch die Übersetzerin ganze Arbeit geleistet.

Den äußeren Rahmen des Buches bildet die Tonbandaufnahme der 16-jährigen Jenna nach einem dem Leser unbekannten Unfall. Obwohl sie durch die direkte Ansprache des Polizeikommissars Bob immer wieder daran erinnert, dass sich ihre Geschichte bereits abgespielt hat, wird man doch immer wieder in den Sog der gegenwärtigen Erzählung hineingezogen. Dieser Aspekt der Bandaufnahmen lässt den Leser rückblickend vielleicht ein wenig anders über das Geschehen denken. Im Prinzip erfährt man also mehr als nur Jennas Geschichte selbst, d. h. die erzählte Zeit verlängert sich über die 352 Seiten hinaus.

Die Geschichte wird als Jugendbuch deklariert, ließe sich aber durchaus auch in die Erwachsenenliteratur einordnen, da viele tiefgründige Problematiken behandelt werden. Die Protagonisten ist die einzige Jugendliche unter den Hauptcharakteren und mit ihren 16 Jahren schon sehr weit im Denken fortgeschritten.

Der geübte Leser wird vielleicht den ein oder anderen Wink mit dem Zaunpfahl entdecken. Allerdings sind diese Hinweise wirklich rar und sehr gut versteckt. Und selbst wenn man den Verlauf zu erahnen scheint, so überrascht Ilsa J. Bick doch immer wieder mit plötzlichen Kehrtwenden, die den Leser vom ursprünglichen Weg abbringen.

Das Buch lässt mich atemlos, aber dennoch mit einer guten Portion Optimismus zurück. Jennas Geschichte hat mich vollkommen überzeugt.

So unglaublich und doch so nah am Leben.

AtemnotClaudieLB

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