Spätestens jetzt, da ich wieder zurück in Deutschland bin, kann ich ja verraten, wo mein Zuhause in Colchester war.

home

Das idyllische Baynard Green.

Bevor ich ins Auslandssemester gestartet bin, habe ich meinen zukünftigen Wohnort natürlich schon mal gestalkt: Baynard Green on Google Street View.

Ich wohnte ungefähr 2 km vom Stadtzentrum entfernt am verschlafenen Abbey Field. Da ich kein Fahrrad besaß und mir die 2 Pfund (2,50 Euro) Busticketgebühr für eine Strecke zu happig waren, bin ich die 2,7 km zum Institut jedes mal gelaufen bzw. hatte Glück, dass mich Irina an manchen Tagen früh mit dem Auto mitnehmen konnte, da sie selbst im Institut arbeitete. Auf diesem Weg brachten wir dann meist noch Ellie in die Schule und Vicky zum Kindergarten.

rain

Der Ausblick aus meinem Zimmer. An diesem Tag hatten wir uns alle über den langersehnten Regen gefreut.

garden

Ein kleiner Garten an unserem Haus – Vickys und Ellies Spieloase.

Die Himmel über dem selten windstillen Abbey Field erinnerten oftmals an ein grandioses Gemälde.

Ich hatte eigentlich keine Bedenken vor dem dunklen Nachhauseweg, den ich nach unseren vielen Pubausflügen auf mich nehmen musste. Nur dass die Straßenlampen um Mitternacht ausgeschaltet wurden, war ein wenig gruselig, besonders wenn man sich genau um diese Uhrzeit auf dem Weg befand.

Bzzzt.

Stockduster.

Na ja, aber generell mache ich mir über dunkle Heimwege, sei es in Kolkwitz, Halle, Weimar oder Colchester (ja, das Straßenlampen-aus-Problem-gibt es an jedem dieser Orte) keinen Kopf. Bis zu dem Tag, an dem Paula und Carmen sagten: „Waaas? Da kannst du doch nicht allein langgehen?“ und wenig später die Serienmorde in Colchester überhand nahmen. Vor allem, weil sich der Täter anscheinend spontan für seine Opfer entschied. „Glücklicherweise“ passierte das alles erst kurz vor Schluss meines Aufenthalts. Nachdem mir David dann einmal angeboten hatte, mich ein Stückchen zu begleiten, überredete ich ihn noch drei weitere male. Wäre aber auch echt blöd gewesen, so kurz vor Schluss ins Gras zu beißen.

Am 2. April machte ich ein paar Aufnahmen von diesem Weg. Da wir uns früher als angenommen verabschiedeten, verträumte ich die Zeit nach Hause. Noch war es nicht Mitternacht!

Danke Martin für den Zusammenschnitt!

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