Vor fast genau einem Jahr, nämlich vom 10. bis zum 14. Juni habe ich das wunderbare Buch „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green gelesen. Weil ich schon viel Gutes darüber gehört hatte. Und ich wurde nicht enttäuscht. Es war übrigens mein Ersatz-Ostergeschenk für die doppelte Küchenwaage und kam per Post. Nach der Enttäuschung von Twilight gebe ich eigentlich nicht mehr viel auf Hypes. Aber hier ist er definitiv berechtigt. Genau wie bei den Hunger Games.

Etwa zeitgleich erfuhr ich von den Verfilmungen zum „Schicksalsverräter“ (wie wir es abgekürzt nennen, oder manchmal nur „Schicksal“ … oder „Verräter“) und zur „Bücherdiebin„. Und ich dachte nur so: Whaaaat? Cool! Und gleichzeitig: och nee! Denn meistens kann doch der Film nicht mit dem Buch mithalten. Und dann vergisst man seine eigens erdachten Figuren. Aber Nicht-Anschauen fällt ja auch irgendwie schwer. Weil man wissen möchte, wie andere die Charaktere sehen. Und ob man nah dran war. Bei der „Bücherdiebin“ habe ich jedoch beschlossen, hoffentlich niemals in Filmversuchung zu kommen, weil es mein absolutes Lieblingslieblingslieblingsbuch ist. Beim „Verräter“ allerdings … haben mich ebenfalls wieder die positiven Empfehlungen gelockt.

Ich traf mich mit Wendy eine halbe Stunde vor Beginn, um bei Costa (Schleichwerbung à la Verfilmung) noch ein Käffchen zu trinken. Die Vorstellung war beinahe ausverkauft. Zum Glück nur beinahe. Dann ging’s los. Der Saal erfüllt von Popcorngeknabber und aufgedrehtem Mädchengeschnatter. Hihihi und hahaha. Na toll, das konnte was werden.

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Ready?

Der Film begann gleich mit einem Zitat, das mir so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen wird.

That’s the thing about pain. It demands to be felt.

Ist das nicht großartig?

Ohne groß nachzudenken könnte man sagen. „Ach ja, das ist so’n Film über Krebs.“ Aber nee! Ist es nicht! Es geht um so viel mehr und schon das Buch war keines der typischen Krebsgeschichten. Und ebenfalls könnte man denken: „Mmh, der Trailer verrät doch schon alles, was soll ich da noch ins Kino gehen?“ Wieder nee! Der Trailer verrät gerade so viel, dass man meint, man könnte den Ausgang voraussagen. So wie es mir auch beim Lesen ging. Und dann BÄMM! Trifft dich der Schlag! Und zwar ganz schön hart, obwohl der Moment ungewöhnlich ruhig erzählt wird.

Some infinities are bigger than other infinities.

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Shailene Woodley und Ansel Elgort.

(Übrigens, Tina, falls du das hier liest: findest du nicht auch, dass der Hauptdarsteller einige Ähnlichkeit mit Max hat?)

Das Getuschel hatte sich mittlerweile gelegt. Hazel und Augustus nahmen uns mit in ihre Geschichte. Die 127 Minuten vergingen viel zu schnell.

We’re all just side effects.

Na ja, und dann kam er, der Schlag. Und man konnte die Anspannung im Saal  spüren. Ich würde jetzt gern wie ein Wasserfall drauflos sprudeln, aber ich will ja nicht spoilern. Ich kann nur so viel sagen: es war unbeschreiblich wundervoll, ohne kitschig zu sein, und gleichzeitig unendlich traurig. Ich habe noch niemals einen Kinosaal erlebt, der so voller Emotionen war. Erst haben wir alle miteinander geschmunzelt, gekichert, gelacht und später dann …

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Mein Lieblingscharakter, auch schon im Buch: Isaac. Gespielt von Nat Wolff. Hach, das war schon ein Schnittchen. ;)

Der Film erzählt uns so viel über das Leben. Und dass wir es genießen sollten. Jeden Tag den wir haben. Dass wir zufrieden sein sollten und nicht so oft meckern. Denn wir haben kaum einen Grund dafür. Carpe Diem mag abgedroschen klingen, aber es steckt so viel Wahrheit darin!

Ich hoffe inständig, dass der Film noch in den Kinos läuft, wenn ich zurück in Deutschland bin. Allerdings habe ich mir gerade den deutschen Trailer angeschaut und muss zugeben, die englischen Stimmen waren mir irgendwie … sympathischer. Und echter. Natürlich. Sind ja auch die Originalen. Ich kann jetzt ziemlich gut nachvollziehen, dass das Original wahrscheinlich immer ein wenig mehr berühren kann, da es authentischer ist. Ebenso sind auch Autoren auf gute Übersetzer angewiesen. Andernfalls könnte deren Bestseller genauso gut ein totaler Flop in anderen Ländern werden. In meinem Regal warten deshalb bereits … jetzt muss ich nachschauen … 12 englische Titel darauf, verschlungen zu werden. Hoffentlich ist auch wieder ein Schicksalverräter dabei. ;)

 

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