Schon die ganze Zeit hatte ich mit dem Gedanken gespielt, noch einmal nach London zu fahren, vor allem, um in aller Ruhe mit ganz viel Zeit in Cass Art shoppen zu gehen. Dann kam am Freitag eine E-Mail mit einem super Schnäppchen-Angebot und Muddl berichtete mir außerdem, dass die Queen ja am Samstag ihren Geburtstag mit großer Parade nachfeiern würde. Trooping the Colours! Da war klar: morgen geht’s also nach London.

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Unterirdisches Engelswesen.

1.30 ins Bett, 6 Uhr aufgestanden, im Zug eingeschlafen, aber noch rechtzeitig aufgewacht, gemütlich durch halb London spaziert und nach ein paar Verläufern dann pünktlich 11 Uhr zum Startschuss der Flauschmützen. Da waren soooo viele Leute, dass ich fast Panik bekommen hätte, obwohl mir das ja sonst nix ausmacht. Die High Society verfügte über gemütliche Sitzplätze direkt auf dem Horse Guard Parade Place. Wir standen uns die Zehenspitzen wund, um auch ja alles mitzubekommen. Hinter einem Zaun. Bewacht von lustigen Polizisten.

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Nette Aussicht.

Natürlich hatten ganz viele Leute etwas zum Fotografieren dabei. Die wenigsten aber Smartphones. Da reichte der Zoom dann wohl doch nicht aus. Ein Mädchen zwei Reihen vor mir hatte die Queen voll erwischt. Ich fragte sie, ob sie mir ihre Bilder per Mail senden konnte und da stellte sich heraus, dass sie auch aus Deutschland kam. :D

Rumtata ging’s auch schon los. Die Pelzköpfe begannen ihren Marsch, die Queen wurde durch die „Arena“ gefahren und die Kapelle machte ordentlich Stimmung.

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Mit 40fachem Zoom habe auch ich sie gesehen.

Die Zeremonie dauerte ungefähr 1,5 Stunden, bevor sie ihre Runde durch Zentrallondon drehte. Die Leute rannten ihr hinterher. Gruselig. Ich setzte meinen Weg in die entgegengesetzte Richtung fort, weil ich hoffte, so nicht im Strom stecken zu bleiben. Aber weit gefehlt. Londons Straßen waren verstopft. Na ja, hatte ja alle Zeit der Welt.

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Süßes Häuschen im St. James’s Park.

Also auf zum Shoppen. Hatte mir eine Liste mit interessanten Läden zusammengeschrieben. Ein oder zwei ausgefallene Klamottenläden und hunderte Book- und Art Material Shops.

An Cass Art wäre ich fast vorbei gelaufen, weil die Charing Cross Road so ewig lang ist und ich ihn nicht gleich am Anfang vermutet hätte. Mein Traumland! Da ich so viel eingekauft hatte, bekam ich einen schicken Dada-Beutel dazu.

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Statt für 73 Pfund anlässlich zum 30-jährigen Jubiläum heute zum Preis von damals: 18 Pfund. Wunderbar und traurig zugleich. Ein Wassertankstift, schwarze Finemarker, 8 superteure, aber geniale Tombows und a Skizzenbüchle.

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Das war übrigens mein Einkauf vom Pick-me-up-Tag Ende April. Wer irgendwann mal in London ist, sollte sich Ben’s Cookies auf keinen Fall entgehen lassen!

Da die Zeit so schnell verging, entschied ich mich, hauptsächlich im Bereich vom Covent Garden zu bleiben und dort neben meiner Listenabarbeitung auch nach anderen, bisher unentdeckten Läden Ausschau zu halten.

Ganz zum Schluss schaute ich noch mal beim riesigen Foyles Buchladen vorbei … und stand vor verschlossenen Türen. Drinnen ein Riesenchaos. Wir sind umgezogen. Eins weiter. Aha! And: amaaazing! Auf 6 Etagen, jetzt ganz modern.

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So muss ein Buchladen sein!

Der Rückweg dauert irgendwie immer länger, als gedacht. Die wärmende Abendsonne begleitete mich.

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Also der Neujahrsvorsatz mit dem Abnehmen – das klappt doch eigentlich ganz gut! :D

Boah meine Füße taten sooooo weh! Bin an dem Tag etwa 15 km gelaufen und da sollten noch mehr folgen. Wir wollten uns ja am Abend zum WM-Schauen in einem Pub treffen.

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Back in Colchester. Schöin wie immer.

Mittlerweile war’s ganz schön kalt geworden. Ich lief also erstmal nach Hause, zog mir einen dünnen Pulli und meine Multifunktionsjacke(!) an und war auch schon wieder unterwegs. Die Jungs und Mädels hatten sich den von mir am weitesten entfernten Pub ausgesucht. Als Gegenleistung durfte ich aber bei Alex übernachten. :3

Heute hieß es, England gegen Italien. Das würde natürlich superspannend werden mit zwei Italienern und einem Raum voller Engländer.

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Vorfreude mit Davide, Alex (Alessandro) und Alex (Alexandra)!

Alex hatte schon mal geübt, wie stille Freude so aussehen könnte. Man musste ja schon ein wenig vorsichtig sein. In etwa „YEEEAAhhhh.. oooh … oh.. ähä …“ Und so war’s dann auch. Gleich am Anfang kreischten die Engländer, weil es fast nach Tor aussah, dann aber doch keines war. Kurz vor Halbzeit gingen Alex und Alex nach draußen zum Rauchen und schauten durch die Fensterscheibe weiter zu. Und da fiel das erste Tor für Italien. Alle total enttäuscht und draußen ging die Party ab. Oh man, war das lustig! Ich musste an Abahachis Abschlussrede im Schuh des Manitu denken. Als vor dem Fenster der alte Indianer erscheint. :D

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The Devil(s) outside!

Aber die Engländer durften sich ja auch noch einmal freuen:

 

 

 

 

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