Die Suchtgefahr beim Linoldruck ist nicht etwa der Druckmoment oder das Aha-Erlebnis, nein, es ist in meinem Fall das Schneiden. Sadistische Anwandlungen bei leblosen Objekten sind doch okay, oder? Ich bin ja auch nicht rabiat, sondern ganz sanft.

Diesmal hatte ich mir eine doppelt so große Linoleumplatte (A5) gekauft und vier crazy Tiermotive mit dicken und dünnen Linien und ganzen Flächen für die besonders sadistischen Genüsse aufgezeichnet. Drei ganze Stunden hatte ich Spaß daran!

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Farbverlauf by coincidence! Leider konnte ich das so nicht drucken, jedenfalls nicht – wie es scheint – lila, da an dieser Stelle einfach nur Farbe fehlt und das Linoleum durchschimmert.

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Für die Detailverliebten. Die Sprechblasen musste ich ein paar mal vertiefen, da die Druckpresse stark genug war, auch Teile des Inneren runterzudrücken.

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NEON! Gemischt aus Weiß und leuchtendem Rot.

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Yey! Party in der Mülltonne! Da wird Oskar aus der Sesamstraße noch ganz gut gelaunt. :) Das sind übrigens die Stoffreste nach dem Entfernen der Ölfarbe.

Für diese Motive habe ich keine zweite Ebene vorgesehen. Es sieht sicher auch fein aus, den Sprechblasentext mit einem Edding einzusetzen. Und ich bin flexibler. :)

Als Ellie meine Drucke entdeckte, wollte sie auch gleich mal ausprobieren, und zwar so gleich, das sie das Messer auf meiner Feder-Druckplatte schon angesetzt hatte. Stooooopp! Fast wär’s zu spät gewesen. Zum Glück hatte ich noch ein Stück aus dem Studio mitgenommen, an dem sie ausprobieren konnte. Es sah ein wenig so aus, wie bei meinem ersten Versuch … gefährlich! Nur, dass ich da schon 22 war. :D Also keine Panik.

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Ziemlich clever versucht Ellie mit dem halbrunden Messer Kreise zu bohren.

Ellie wollte alles ausprobieren: Menschen, Blumen, Muster, Linien, Schrift. Dass sie ihren Namen schrieb, fand ich super. Ich hatte ihr zwar gesagt, dass der Druck dann seitenverkehrt sein würde, aber verlange mal von einem Kind, seinen Namen in Spiegelschrift zu schreiben. Man muss es ja nicht richtig machen, um es zu verstehen.

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Wir versuchten anschließend, mit Ellies Acrylfarbe zu drucken. Eine Schwamm-Walze zur gleichmäßigen Farbverteilung hatte sie auch da. Allerdings war das Acryl so klebrig, dass es teilweise am Linoleum hängenblieb oder das Papier zerriss. Macht nix, dann probiere ich es einfach am Freitag im Studio, versprach ich ihr.

lino_ellieinking

Hier noch in vorfreudiger Erwartung.

Mit der Ölfarbe aus dem Studio funktionierte es 1a und ich druckte ein paar mehr Stück, damit sie ihren Freunden eine Freude machen konnte. Ihre Idee war auch gleich, die Bögen als Lesezeichen bei den nächsten zwei Kindergeburtstagen zu verschenken.

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Nachbereitung nicht vergessen. Schnippschnippschnapp, die Ränder müssen ab.

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Und so wurden aus den A5-Bögen niedliche A7-Bildchen, alles in feinster Handarbeit. :)

Wenig später fanden die Tierchen gemeinsam mit den Federn und kleinen Botschaften ihren Weg über’s Meer nach Deutschland und in die Schweiz.

Und auch dabei: Geburtstag- und Babypost!

Und auch dabei: Geburtstag- und Babypost! :3

 

 

 

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