Nach so langer Pause endlich wieder Printmaking Unterricht. Beziehungsweise die Möglichkeit, den Raum zu nutzen und Mike mit Fragen zu löchern. Im Uni-Shop gab’s Linoleum zu ergattern, das sich so geschmeidig wie Butter schneiden ließ. Einziger Nachteil war der gummiartige Anteil, der die Linolfetzen an den Enden der zu entfernenden Linien hängen bleiben ließ. Statt brechen musste ich also ziehen. In etwa wie Papier, das man reißt, anstatt zu schneiden. Dadurch sind ein paar unsaubere Stellen entstanden, aber was soll’s. Ist ja handgemacht, nech?

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Mein liebes Skizzenbüchlein und die Vorzeichnung mit Kreide, bevor es ans Messer geht.

Warum ich Federn gewählt habe? Weil ich Federn liebe! Und weil ich eine Federwolke bin, die noch immer kein Logo für sich selbst machen konnte. Dann wenigstens hübsche Illustrationen, die mit der Post durch die Luft nach Deutschland fliegen sollen.

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Federn für den ersten Layer schnibbeldischneiden.

Dann war es Zeit für die erste Mike-Frage. Vor ein paar Jahren hatte ich die Technik zwar schon einmal ausprobiert, aber andere Länder, andere Sitten, dachte ich mir, und fragte lieber vorher nach. Da das Printstudio am Institut so gut ausgestattet ist, gab’s also tatsächlich Unterschiede. Hier druckt man mit Presse, statt mit Hand und mit weichen Ölfarben, statt Linolfarben aus dem Bastelladen. Ergebnis? Zeiteffizienz und Perfektion.

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Die magische Druckpresse, die mir so viel Arbeit abgenommen hat.

Farbe mit dem Spachtel glattstreichen, mit der Walze gleichmäßig verteilen, auf dem Linoleum ohne sichtbare Richtungsstreifen auftragen, auf den Pressentisch legen, Papier drauf, alte Zeitung für einen guten Widerstand dazu, Deckel zu, in die Presse gefahren und den Hebel kräftig gezogen. Und das alles aufzuschreiben hat gerade länger gedauert, als das Pressen selbst.

Wie wir es damals gemacht haben, könnte man jetzt nach jedem Druck neue Farbe auf dem Linoleum ausrollen, aber eine größere Variationen erhält man, wenn man einfach ein paar mehr Drucke vorm nächsten Walzen macht.

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Farbverblassung mit jedem weiteren Print.

Das Aufwändigste am Linoldruck ist eigentlich die Säuberung am Ende bzw. zwischen den Farbwechseln, da Wasser einfach mal gar nichts ausrichten kann. Man benötigt White Spirit (Lackbenzin) und alte Stoffreste, mit denen man Walze, Spachtel und Tisch ordentlich schrubben muss. Und bei so vielen Drucken landet die Farbe auch schon mal im Gesicht …

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Trockenzeit für den ersten Layer. Wir sehen uns dann Montag wieder.

Nach einem ganzen Wochenende Trocknungszeit waren einige Prints immer noch … schmierig. Einmal drauf gefasst – vorbei. Aber nicht so schlimm. Ich wollte auch gern einige Ergebnisse ohne zweiten Layer aufheben, bevor ich diese nach zweitem Schneiden nie wieder herstellen könnte.

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Zweiter Layer Eiskristalle! Oder besser gesagt, keine Eiskristalle. Denn genau die wurden ja nicht gedruckt.

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