Heute in zwei Wochen stehen meine Füße schon auf englischem Boden. Das Muffensausen wird von Tag zu Tag größer. Obwohl der Flug nach Shanghai damals (Hey, genau heute vor einem Jahr!) mehr als 10 mal so weit war (klar hatte ich auch Schisskaninchen-Gefühle), wartete am Ende doch jemand, den ich lange vermisst hatte, mit dem ich mich flüssig verständigen konnte und der sich vor allem in diesem fremden Land auskannte. Dieses Jahr ist es beinahe umgekehrt. Freund zurücklassen, eh…eh…eh stammeln und völlig verloren vor Pfund, Inch und Meile stehen. Ich sag euch, das ist kein ab-in-den-Urlaub-und-entspannen-Gefühl. Es geht schon eher in die Richtung Dschungelcamp-Abenteuer.

Entfernung

So sieht’s aus. Ich hatte mir die Lage von Großbritannien immer viel nördlicher vorgestellt. Aber tatsächlich liegt Colchester fast auf einer Höhe mit Kolkwitz (klingt ja auch fast gleich).

Los geht’s von Berlin Schönefeld, zwei mickrige Stunden im Flieger genießen und dann von London Stansted aus den anderthalbstündigen Bus nach Colchester nehmen. Bin mal gespannt, ob sich die eine Stunde Zeitverschiebung im Sonnenstand bemerkbar macht. Früh eher hell? Das wär was! Obwohl … abends eher dunkel? Och nö!

Heute Vormittag hatte ich nach ein paar Bildern gestöbert, wie beispielsweise dem alten Schloss, der High Street, dem modernen Firstsite Building oder dem Tymperleys Clock Museum, aber vielleicht ist es gar nicht so sinnvoll, sich die Umgebung in der Fantasie schon zusammenzubauen. Das könnte möglicherweise auf den gleichen Effekt hinauslaufen wie Film nach Buch (die Hunger-Games-Verfilmungen haben die Bücher allerdings getoppt … nur mal so am Rande).

Trotzdem will ich ein Foto nicht unter den Tisch fallen lassen, welches mich so sehr zum Träumen gebracht hat. Alte Backsteinhäuser in englischer Kulisse … hach … :)

Bourne-Mill-Nikolii-Worsley

Bourne Mill (Photo: Nikolii Worsley)

So ländlich ist es allerdings nicht überall. (Ich hätte nichts dagegen.) Mit knapp mehr als 100.000 Einwohnern scheint Colchester Natur und Stadt zu vereinen. Zum Meer sind es 8 Kilometer. Nach London 1,5 Stunden mit Auto/Zug/Bus.

Möglicherweise war Colchester einst das berühmte Camelot aus der Artus-Sage. Die Stadt ist angeblich nach dem sagenhaften britannischen King Coel benannt, der vor allem aus einem Kinderreim als „fröhlicher alter Knabe“ bekannt ist.

Quelle: Wikipedia (handelt sich ja hier nicht um eine wissenschaftliche Ausarbeitung)

03-A-monster-callsZum Schluss noch ein schnelles Update zur englisch-sprachigen Lektüre: Nach Seite 281 habe ich „Delirium“ nun erst einmal pausiert, denn als ich im ebenfalls englischen „A Monster Calls“ von Patrick Ness nur mal eben die erste Seite lesen wollte, wurde ich sofort hineingesogen. Die Kapitel sind kurz und knackig, Buch ist nicht allzu dick, Inhalt sehr gut verständlich (auch wenn es sicher bald metaphorisch wird … und traurig …). In letzter Zeit falle ich immer erst spät nachts ins Bett, da reicht Konzentration und Ausdauer leider nur noch für wenige Seiten.

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