Noch bevor ich nach Hause fuhr, erreichte mich ein Päckchen. Die Postfrau sagte ganz aufgeregt durch die Gegensprechanlage „Ich habe hier einen Umschlag für Claudia … MiiiieeeZech. Kann ich das bei Ihnen einwerfen?“ Ich musste schon grinsen am anderen Ende der Leitung. „Ja, das bin ich.“ „Gut, dann werfe ich das jetzt bei Ihnen ein.“ Es kam frisch aus der Artographie Werkstatt, in der ich vor etwa zwei Wochen läppische zwei Stunden an der Fensterdeko mitgeholfen hatte. Mit einem Dankeschön hatte ich überhaupt nicht gerechnet. War doch schon toll genug, einen Blick hinter die Kulissen werfen zu dürfen. :)

ArtographiedankFür den Abreisetag hatte ich mir Sonntagmorgen ausgesucht, in der Hoffnung, den Kampf um einen Sitzplatz aufgrund zum-Fest-drängender-Menschenmassen so klein wie möglich zu halten. Bis Leipzig klappte das tatsächlich ganz gut. Ich kam im neuen Tunnel unterirdisch des Hauptbahnhofes an, der erst wenige Tage zuvor eröffnet worden war.

Kurz vor Eintreffen des Cottbuser Zuges hieß es dann „Zug fällt aus“, und wer die LE-CB Zugzeiten kennt, weiß, dass das 2 weitere Wartestunden bedeutet. Die Leute waren schon kurz vorm Ausrasten, als die Meldung „20 Minuten später“ über die Anzeige rollte. Sobald ein anderer Zug eingesetzt wird, spricht man wohl von Zugausfall, also keine Panik.

Komischerweise standen nach diesen 20 Minuten noch mehr Menschen am Gleis, als zur ursprünglichen Abfahrtszeit. Also Ellenbogen ausfahren. Letztendlich hatte es doch nur für einen Platz im Fahrradabteil gereicht und ich war wirklich froh, keinen Geruchssinn zu haben.

Leipzig-tief

Neue Anbindung: Leipzig tief.

Am Montag dann die letzten Vorbereitungen: Festtagsessen und Geschenkpapier besorgen und direkt vor Ort die beiden Karten einwerfen, für die die Briefmarken nicht mehr gereicht hatten. Wenige Stunden später standen zwei Empfänger der einen Karte dann vor unserer Tür (ich im Badhair- und überhaupt Badganzkörperlook [kann man ja mal machen, wenn man niemanden erwartet…]) und haben mich mit Geschenken überrascht. Noch mehr habe ich mich aber gefreut, dass ich sie mal wieder gesehen habe. Das war schöööön! Danke andere Claudi und anderer Martin. ;)

Seitansbraten

War übrigens unglaublich lecker! Bei Wheaty können wahrscheinlich auch Fleischesser nicht mehr vom „Original“ unterscheiden.

Ho Ho Ho! Heiligabend kam leise, aber plötzlich. Als Kind empfand man die Wartezeit noch als ewig, als Erwachsener zögert man sogar das Kaffeetrinken heraus, um alles weitere ebenfalls ein bisschen auszudehnen.

Weihnachtskatze

Alle bereit?

(Achtung, es folgt ein radikaler Ausbeuteabriss ohne viel Gequatsche.)

Geschenke2014

Tollste Überraschungen von:
Melly ein Stamp Carving Kit (aus Päckchen 24 des Adventskalenders)
Maria ein selbstgenähtes und besticktes Täschchen
Martin ein Buch, das ich mir zwei Tage zuvor selbst fast gekauft hätte
Muddl und Vadl „Beta“ und die geniale Kette, die ich bei DaWanda entdeckt hatte

Kette

Mit Fokus auf die Pusteblumensamen.

Buchversteck

Martin hat sich noch etwas richtig Tolles ausgedacht. Er wollte schon immer mal ein Geheimfach in ein Buch schneiden. Ich habe natürlich zuerst gedacht, das Geschenk ist das Buch selbst, während er sich schon ins Fäustchen gelacht hat. :D Die Spotttölpel-Brosche von Katniss aus Panem! Die kommt auf jeden Fall mit nach Colchester, um mir Stärke und Durchhaltevermögen zu verleihen. :)

GeschenkefMuVa

Hier zu sehen ein paar meiner Geschenke an Muddl und Vadl (genähte Weihnachtsbaumkugel und Handytaschen und als visueller Gutschein für ein eBook 4 Minibüchlein)

Bonbonschild

Urspünglich besaß das Bonbontütchen das linke Etikett, was mir aber irgendwie unpassend erschien. Also Aufmerksamkeit weg, Papier, Stempel, Stift und Washitape raus und ein neues gebastelt.

Am Donnerstag fuhren wir traditionell nach Berlin zur immer größer werdenden Familie (Bruder meines Papas). Mittlerweile sind wir insgesamt 12 Leute an diesem Tag. Martin kam von seinen Eltern aus dorthin und ich entdeckte ihn kurz nach unserer Ankunft durch die Terrassentür: „Da!“ und die Augen wurden immer größer, das Grinsen immer breiter. Wir hatten uns eine Woche lang nicht gesehen, aber es fühlte sich fast so an, wie nach Shanghai.

Einige Tage später bummelten wir ein wenig durch Cottbus und lösten im Reformhaus unseren Gutschein ein, als wir die Unentschlossenheit eines Grafikers entdeckten:

MueesliAuf den Abend freuten wir uns ganz besonders. Anderthalb Jahre nach meiner kleinen Komparsenrolle kam nun endlich „Der Medicus“ in die Kinos. Er hat uns alle wirklich begeistert (historische Romane und Filme sind eigentlich das letzte Genre, an das ich mich heranwage). Die Szenen in der Burg, bei dessen Dreh wir vor Ort waren, liefen zum Teil schon einmal am Anfang, aber ich wusste, dass ich nach der Tragödie mit dem roten Kleid in die letzte Szene geschickt worden war. In der allerletzten Minute! Mit viel Fantasie und guten Augen kann man mich vielleicht erkennen. :D Ich war eher abgelenkt von der Landschaft, die sich hinter dem Burgeingang erstreckte, die damals nichts anderes als ein einfacher Greenscreen gewesen war.

Medicuskarte

Hier der deutscher Trailer zum Medicus.

Kurz bevor es wieder nach Weimar ging, suchten wir nach einer Idee für meine öde Hausaufgabe – eine Skulptur bauen. Habe ich mich versehentlich für Produktdesign beworben? Dreidimensionale Objekte sind nicht meins. Zum Glück hatte Vadl noch ein paar Holzteile von Oma aufgehoben: die Füße des alten Bettes, einen Kerzenhalter, eine Vase, eine Weihnachtspyramide, … Dank Martins Erfindungsreichtum waren sie relativ schnell zusammengezimmert (sehr ärgerlich, dass ich meine Kamera nicht in der Nähe hatte), weiß lackiert und am nächsten Tag noch einmal weiß übersprüht. Der Name der Skulptur lautet – Trommelwirbel – „Ohne Titel“ – da der Sinn der Aufgabe darin besteht, etwas abstraktes zu schaffen, das auf keinen Fall als irgendetwas erkennbar sein darf, sondern allein durch Anordnung der Formen nach ästhetischer Perfektion streben soll … Einzuordnen übrigens in den Fachkurs „Die Sammlung“. Ich habe das dumpfe Gefühl, dass wir mittlerweile vom Thema abgekommen sind. Sei’s drum.

Skulptur

„Ohne Titel“ im Abendlicht.

So neigt sich 2013 schon wieder dem Ende. Ich wünsche euch allen einen guten Start ins neue Jahr. Rutscht gekonnt, aber dennoch vorsichtig rein und nehmt euch nicht zu viel vor, die Uni setzt schon genug Deadlines. ;)

Advertisements