In der vergangenen Woche gab es drei Gründe Unordnung, und dann wieder Ordnung zu machen:

1. Für mein Auslandssemester muss ich bald mein Zimmer räumen

2. Die Wohnung soll für die Zwischenmietbewerber im besten Licht erstrahlen

Mein Zimmer sah wirklich aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Oder Hempels unterm nichtvorhandenen Sofa gehaust. In Unordnung fühle ich mich eigentlich immer unwohl, sodass ich von früh bis spät aus- und einräumte (ich hatte danach solchen Muskelkater!) und all die Dinge, die ich vor dem Flug nicht mehr brauche, in Kisten verstaute. Kofferraum und komplette Rückbank waren schließlich bis oben zugestapelt. Lommy hatte dahinten bestimmt einen Riesenspaß. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass sich immer noch doppelt soviele Dinge in meinem Zimmer befinden. Da fragt man sich echt, ob man sich noch mehr davon zu Weihnachten wünschen soll.

Kleiderhaufen

Die beste Ordnungsstrategie: alles raus, aussortieren, wieder rein.

Da fehlt aber noch Drittens:

3. Meine Oma lebt seit kurzem in einem Haus für Betreutes Wohnen, sodass ihre ehemalige Wohnung für die Nachmieter ausgeräumt werden muss

Schon seit einigen Wochen verbringen meine Eltern ihre Nachmittage und Wochenenden in Omas großer Altbauwohnung. Da ihr neues Zimmer um einiges kleiner ist, musste sie sich von den meisten Gegenständen trennen, die wir für uns nun noch einmal genauer unter die Lupe nehmen sollten. Es ist einfach unglaublich, wie viel man in seinem Leben anhäuft und von wie vielem man sich seit Ewigkeiten nicht trennen kann. Dass das meistens mit Erinnerungen zusammenhängt, habe ich dann selbst auch festgestellt. Meine Lieblingssammeltasse, die immer zu großen Kaffeerunden ausgepackt wurde. Das gute Geschirr, das mich an die Festessen zu Ostern und Weihnachten bei meinen Großeltern erinnerte (die beiden haben es sich zur Silberhochzeit 1977 geleistet). Die kleinen Salz- und Pfefferstreuer aus Kristallglas, …

 

Und am allerwichtigsten: das Ölgemälde von meinem Urgroßvater. Durch den Bombenangriff 1945 wurden all seine Bilder vernichtet. Doch dieses eine hat es, wenn auch von der Hitze verformt, bis heute überlebt.

oelbild

Erst von der Seite sieht man die bauchige Wölbung.

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