Lieber Lumbi,

heute vor einem Jahr bist du von uns gegangen. Viel zu plötzlich. Keiner hätte damit gerechnet, dass du von der einen auf die andere Sekunde nicht mehr bei uns sein würdest. Du bist bei uns aufgewachsen und warst mittlerweile ein hübscher Kater geworden, 4 Jahre jung.

Wir denken oft an dich. Heute hat dir deine Mutti zwei Kerzen ans Grab gestellt. Früh und am dämmrigen Nachmittag. Paulchen ist neugierig mit ihr gelaufen und hat die warme Luft geschnuppert. Aber das hast du sicher bemerkt.

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Ohne dich war es ganz schön ruhig im großen Haus. Keiner mehr da, der Mutti nach der Arbeit begrüßte. Der uns um die Beine streifte, durch den Garten fegte, die Treppe hoch und runter trampelte, … Ich hatte deiner Mutti vorgeschlagen, sich im Tierheim zu erkundigen, ob nicht ein liebes Katerchen Geborgenheit in einem liebevollen Zuhause suchte. Natürlich konnten und wollten wir dich nicht ersetzen. Wir wollten einem Kater die Chance auf ein besseres Leben geben.

Besondere Momente von Lumbi

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Lieber Paul,

am 24. November 2012, nach zwei Wochen auf der Krankenstation zur Vernichtung deiner Ohrmilben, durften wir dich aus dem Tierheim zu uns holen. Die Wahl war Mutti nicht schwer gefallen, nachdem du beim ersten Treffen interessiert auf ihren Schoß geklettert bist. Schnurrend hast du es dir auch gleich gemütlich gemacht.

Du hast sofort deine neue Umgebung erkundet, bist auf den Fernseher und in die Schrankwand geklettert, warst zwar noch vorsichtig, hattest aber keine Angst. Du hast schnell deinen Platz in unserer Familie gefunden und uns immer wieder zum Lachen gebracht. Du warst ziemlich keck, und hast jedem, den du noch nicht kanntest ohne weiteres vertraut.

Meine schönste Erinnerung ist die Nacht, in der du in mein Zimmer geschlichen kamst, auf mein Bett sprangst, bis auf meinen Oberkörper krabbeltest und dich eingerollt hast. Dir konnte es nicht kuschelig genug sein, sodass ich dich bald wie ein Kuscheltier im Arm umklammert hielt.

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In der Nacht vom 11. auf den 12. Mai 2013 warst du plötzlich verschwunden. Wir hätten uns vielleicht nicht allzu große Sorgen gemacht, wärst du nicht der pünktlichste Kater auf Erden gewesen, der jeden Morgen 5:15 mit leisem Miauen ins Schlafzimmer seiner Eltern spaziert, um noch ein paar Streicheleinheiten abzufassen. Doch du kamst auch nicht am nächsten Tag. Und nicht am übernächsten. Wir recherchierten, lasen Artikel über Katzen, die nach 9 Monaten plötzlich zurückgekehrt waren (die normale Zeit für solche Ausflüge beträgt aber nur ca. 2 Wochen), wir hingen Vermissten-Zettel im Wohngebiet und den umliegenden Straßen aus, Mutti redete mit den Nachbarn und fragte, ob irgendwer einen Hinweis hätte. Jeden Morgen erwachten wir mit einem schrecklichen Gefühl im Bauch. Wo ist unser Paul? Was ist ihm passiert?

Bis heute vermissen wir dich. Auch wenn die Hoffnung aufgegeben scheint, so denken wir immer wieder an die seltenen Fälle, in denen ein Kater nach Jahren zu seiner Familie zurückkehrt und wünschen uns, dass du dich nur auf einen sehr langen Ausflug begeben hast.

Paul auf Entdecker- und Kuscheltour

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Liebes Paulchen,

am 20. Juni 2013 hast auch du ein neues Zuhause bei uns gefunden. Ob die meisten Menschen ihre Kater Paul nennen oder ob die Namensgeber im Tierheim eher unkreativ sind, haben wir nicht herausfinden können, aber wir nehmen dich so, wie du bist. Vielleicht hat es sogar unbewusst zu unserer Entscheidung beigetragen, als die Pflegerin uns herumführte und sagte: „Da hinten ist auch ein Paulchen.“

Die ersten Nächte bei uns hast du kläglich gemaunzt. Wir konnten kaum schlafen. Wir wussten ja nicht, was los war. Wahrscheinlich konntest du im Tierheim in den kleinen, eingezäunten Bereich nach draußen gehen, wann immer du wolltest. Aber wir mussten dich erst ein paar Wochen im Haus lassen, damit du dich an alles gewöhnst und deine neue Umgebung kennenlernst.

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Mittlerweile bist du ein ausgeglichener, schmusiger Kater, der uns um die Beine streift und so einige clevere Bettel-Strategien entwickelt hat. Miau! Nur in der katzigen Nachbarschaft will es noch nicht so richtig klappen. Zumindest mit Kater Hugo nicht. Zu Recht verteidigst du dein Revier, trägst allerdings jede Woche mehrere tiefe Kratzer und Bisswunden davon, sodass du oft nur noch langsam die Treppe heraufhumpeln kannst und schon viele Stunden beim Tierarzt verbringen musstest.

Wir hoffen, dass du dich nicht unterkriegen lässt und noch ganz lange bei uns bleibst!

Paulchens erste Erlebnisse im neuen Zuhause

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