Tag 1 – Sonntag, 1. September

Unser drittes und letztes Reiseziel führte uns in die Hauptstadt. Nachdem es nach dem Frühstück doch noch etwas länger dauerte und wir einige Zeit im Stau verbracht hatten, kamen wir eine Stunde später als geplant in Eichwalde an. Dort nahmen uns meine Tante und mein Onkel in Empfang und erzählten, dass sie sich schon vorgestellt hatten, wie wir uns verfahren hatten und in der Pampa gelandet seien. Wir luden all unser Gepäck ab, das aussah, als würden wir einziehen wollen (wir waren aber im Anschluss gleich auf dem Weg nach Weimar und unter anderem musste unbedingt eine große Kiste voller ungelesener Bücher, eine Auflaufform, meine Buchpresse und und und mit). Danach ging es mit der S-Bahn in die Stadt.

Fernsehturm

Dieser Turm wurde wahrscheinlich schon mindestens genauso oft geblitzt, wie unser Goethe-Schiller-Denkmal in Weimar.

Im letzten Projekt „Portrait-Illustrationen“ planten wir eine Exkursion zur Illustrative, die vom Veranstalter aber verschoben wurde und so außerhalb des Kurses lag, nämlich genau in der jetzigen Woche. Das durften wir uns nicht entgehen lassen bzw. hatten den Berlin-Ausflug genau danach geplant. :)

Ehrlich gesagt, hatte ich mir die Ausstellung sehr viel größer vorgestellt. Was hatte Laura gesagt? Über 180 Illustratoren sollten teilnehmen? Ich hatte also eine Masse an neuen Eindrücken und Inspirationen und vielleicht auch den einen oder anderen Illustrator live erwartet. Nichtsdestotrotz konnten wir interessante Werke aller Art bestaunen.

Anschließend unternahmen wir noch einen kleinen Spaziergang zum Alexanderplatz und suchten nach etwas Essbarem für den kleinen Hunger.

untenoffen

Ein Mülleimer ohne Netz und doppelten Boden.

Barbiehaus

Das Barbiehaus! Wir haben es gesehen! Allerdings gingen heute keine Prinzessinen ein und aus, sondern Polizisten und Security. Was war da los?

Tag 2 – Montag, 2. September

Dieser Tag war mit Abstand der ungemütlichste unseres Urlaubes. Der Regen peitschte, der Wind fegte und die Gänsehaut war vorprogrammiert. Zum Glück mussten wir beim Umsteigen nie lange auf die nächste Bahn warten. Unser, oder besser gesagt mein erstes Ziel war nach Empfehlung meiner Tante das Kulturkaufhaus „Dussmann“ in der Friedrichstraße. Hier gab es auf 4 (oder 5?) Etagen Medien aller Art. Bücher, Filme, Musik, … Nach langem Stöbern entschied ich mich für „The Selection„, aber zuerst muss ich ein paar Bücher vertilgen, die schon lange in meinem Regal stehen.

Die nächste S-Bahn fuhr uns zum Prenzlauer Berg. Wie lange habe ich auf den Tag gewartet! Knapp 2 Jahre müssen es mittlerweile sein. Ein Supermarkt voller veganer Produkte. Nichts umdrehen und die Zutaten nach tierischen Inhalten überfliegen müssen. Im Nachhinein war ich auch hier verwundert, dass der Markt kleiner als in meiner Vorstellung war. Aber kein Wunder – der größere und größte Veganz befindet sich in der Warschauer Straße. Trotzdem fuhren am Ende einige tolle Lebensmittel über das Fließband, wie zum Beispiel Seitan Fix, Soja Schnetzel, Duo-Aufstrich (wie Milkyway), Cheddar und Mayonnaise. Im internen Café goodies genehmigten wir uns jeweils ein cremig-sahniges Stück Torte.

Veganz

Das Veganz in der Schivelbeiner Straße und eine seltsam verdrehte Hand.

Anschließend hatte Martin die Idee, am Sony Center vorbeizuschauen. Vielleicht trifft man ja jemanden, meinte er mehr aus Spaß. Von weitem sahen wir bereits grelle Lichter, wie Stadionbeleuchtung, und einen roten Teppich. Einige Meter weiter entdeckten wie die Plakate „Herzlich Willkommen zur Deutschlandpremiere. White House Down“. Viele Menschen standen an den Absperrzäunen. Da war das iPhone schnell zur Hand: wann geht’s los? Noch eine dreiviertel Stunde. Bis dahin ließen wir uns unser sehr spätes Mittagessen oder was auch immer im Billy Wilder’s schmecken.

Kartoffelsuppe

Für mich eine zum Dahinschmelzen leckere Kartoffelsuppe, für Martin einen Apfelstrudel.

(Für Beschreibungen auf die Bilder klicken)

WirinderMasse

Unzählige Arme quetschten sich auch noch in der Luft, um ein gutes Foto zu erhaschen. Den Spieß musste ich unbedingt umdrehen. Wie immer ein Bild in die Masse.

Tag 3 – Dienstag, 3. September

Der letzte unserer Tage in Berlin sah auch nicht sonniger aus. Aber immerhin war es windstill. Bevor wir meine Cousine besuchten, blieb noch ein wenig Zeit, um … na ja, mal wieder meinen Interessen nachzugehen – einen Stoffladen anzusehen. Von Frau Tulpe hatte mir meine Cousine vorgeschmärmt. Es gab unzählige süße, bunt-bedruckte Stoffe, Bänder, Borten, usw. und mein Geldbeutel musste wieder einiges aushalten.

FrauTulpe

Errungenschaften von Frau Tulpe.

Im Anschluss gab’s Omnomnom bei einem … tja, was war das für ein Restaurant? Indisch? Arabisch? Wo gibt es Halloumi und Hummus? Da, wo es sehr gut schmeckt auf jeden Fall.

Teller

Ein vegetarischer und ein Halloumi-Teller mit tausend und einer Leckerei.

Aber nun ging’s wirklich los. Auf zu Tina. Wir durften mit in den Kindergarten kommen, aus dem sie Mailo und Merle abholte. In dem Moment wäre man am liebsten selbst wieder klein gewesen. Merle und viele ihrer Freunde standen an der offenen Tür und sahen uns interessiert mit großen Augen an.

Wieder in der Wohnung sagte Merle uns, wie viele Treppen wir noch gehen müssten, bis wir da wären, dass es seit kurzem ein Fußbänkchen im Bad für sie gäbe und vom Frosch, der im Seifenspender saß. Wir spielten ein Brettspiel, schauten Fotos aus dem Urlaub in Schweden an, kauften im Kaufladen ein, erhielten mehr Rückgeld, als wir gegeben hatten und wurden reichlich bekocht. Es war so ein schönes Gefühl, wie sie sich auf dem Boden zwischen uns setzte und an unseren Beinen anlehnte. :3

4. Tag – Mittwoch, 4. September

Da wir am Vorabend erst am späten Nachmittag nach Hause kamen und Martin noch eine weite Fahrt bis nach Weimar vor sich gehabt hätte, entschieden wir uns, eine Nacht länger zu bleiben.

Am nächsten Morgen, immer noch grau und düster, aber irgendwie auch gemütlich, gingen wir im Wald hinterm Haus spazieren. Das weiche Moos unter unseren Schuhen war feucht, die dünnen Kiefern wiegten knarzend im Wind und hier und da raschelte es im Gebüsch.

Sumpf

Mitten im Wald ein kleiner Sumpf.

Kaum hatten wir Brandenburg verlassen, schaute die Sonne hinter den Wolken hervor und schon bald mussten wir die Heizung im Auto herunterdrehen. In Weimar angekommen hatten wir sogar richtig Lust auf ein Eis, tauschten Pullover gegen T-Shirt und machten uns auf den Weg in die Stadt.

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