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matzenmuetze

Das versprochene Katzenmützenbild von vorn. :D Hier entsteht gerade eines von 1023 Fotos neben 38 kleinen Videos.

22 spannende, interessante, wunderbare Tage Shanghai gehen zu Ende. Wie erwartet, viel zu wenig Zeit, um Heimweh zu bekommen, denn genug Zeit, sich in China und seine Kultur zu verlieben. Und natürlich auch Martin nicht wieder loslassen zu wollen. Aber optimistisch gesehen haben wir mit 158 Tagen jetzt nur noch die Hälfte vor uns.

Meine Erwartungen an China sahen in etwa so aus: eine komplett andere Kultur, überall Schriftzeichen, ich werde nichts lesen können (was ich aber irgendwie spannend fand), Made in China, also Massenware, Billigqualität, eigenartige Speisekarte, viiiiele Menschen, reges Treiben, Gedrängel, von allen Seiten laute Stimmen, oder eher ge-chongchingjang-e, kaum unterscheidbare Gesichter, aber auch Teezeremonien, Massagen, High-Tech, Skyscraper, ewig andauerndes, riesiges Feuerwerk zu Neujahr, … eben alles viel größer.

taubeguckt

Die überraschte Taube in der Mitte könnte ich sein.

Einiges davon traf zu – hauptsächlich die positiven Erwartungen. Und ich war erstaunt, wie sauber und organisiert diese Stadt ist. Die Chinesen sind sehr zurückhaltend und ernst, auch wenn sie in der U-Bahn gern mal drängeln. Ich mochte die lieblich klingenden Bandansagen und hatte das Gefühl, dass es an bösen, harten Lauten in der chinesischen Sprache eher mangelt. Wie schon im ersten Bericht erwähnt, war mir auch etwas mulmig zu Mute, was die Ernährung betraf. Schmeckt alles asiatisch und würde ich das 3 Wochen durchhalten? – Ungelogen – ich vermisse es jetzt schon! Asiatisch in Asien schmeckt ganz anders, als klischee-asiatisch in Deutschland. Und von der Esskultur mit Stäbchen und tausend kleinen Extraschüsselchen und -tellern war ich richtig angetan. (Steht auf der Liste für die spätere Wohnungseinrichtung; Koriander wird es allerdings nicht in unserem Gewürzregal geben, da sind wir uns beide einig.)

Auf den Straßen musste man sich nicht vor fliegenden Ellenbogen schützen, außer vielleicht am Neujahrstag. Menschenmengenmäßig kam es mir ungefähr so vor, wie im Zentrum von Berlin. Und kein Chinese gleicht dem anderen. Ich schaute mir oft die Gesichter und auch außergewöhnliche Kleidungsstile an. Die kleinen Kinder sind einfach unglaublich niedlich. Und die älteren Frauen erinnerten mich mit ihren weißen Haaren oft an den Film „Mulan“.

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Wie war das noch gleich? Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel.

Übrigens sieht man fast nur dunkelbraune und schwarze Haare, da das Haarefärben in etwa so „verpönt“ ist, wie hier ein Tattoo oder Piercings im Gesicht. Chinesen haben ganz kleine flache Nasen, weshalb alle Nicht-Chinesen von ihnen als „Langnasen“ bezeichnet werden. Auf den Märkten, auf denen der Preis verhandelt werden kann, bezahlen Langnasen mehr als die Einwohner. Beim Vergleich des Einkommens ist das aber gerechtfertigt. Die Klassenunterschiede hier sind extrem. Zwischen Nobelvillen und Wolkenkratzern befinden sich heruntergekommene Armenviertel. Bettler sieht man jedoch fast nie. In der U-Bahn beschäftigt sich beinahe jeder zweite mit seinem Smartphone, …

Auch wenn sich in Shanghai ein Wolkenkratzer an den nächsten reiht, haben die Landschaftsarchitekten viel auf dem Kasten. Die Parks und Gärten mitten in der Stadt lenken sofort vom geschäftigen Trubel ab. Auch die Musik, die dort manchmal gespielt wird ist keinesfalls aufdringlich. Dort findet man auch endlich die zwitschernden Vögel, die man in der Stadt ein wenig vermisst.

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„My heart will go on“. Auf einem Taubenhausdach im Heping Park.

Hier fühlt man sich einerseits klein, andererseits aber auch frei, je nachdem, wo man sich gerade befindet. Der Blick vom Dach unseres Blocks war bei Tag und auch bei Nacht einfach atemberaubend. In diesen Momenten wäre ich gern auch eine Taube gewesen, die über die ganze Stadt schweben kann.

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„Weißt du was? Es ist ein richtig großes Glück, wenn die Freundin gleichzeitig die beste Freundin ist.“

Kaum bin ich angekommen, muss ich auch schon wieder fliegen. Mittlerweile kommt mir die Zeit fast wie ein Traum vor. Ich war in einer ganz anderen Welt, die zwischen zwei 12-stündigen Flügen lag. Mein mit Abstand weitester Flug, der mir aber auch gezeigt hat, wie klein die Welt doch ist.

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Goodbye Shanghai!

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