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Endlich war der langersehnte Tag gekommen: 2. Februar 2013. Mein Flug nach Shanghai. Aber viel wichtiger noch: das Wiedersehen meiner anderen Hälfte, die mir mit jedem vergangenen Tag mehr gefehlt hat.

14:30 ging es vom Flughafen Halle/Leipzig erst einmal nach Frankfurt am Main. Kurz bevor zum Gate aufgerufen wurde, standen schon die ersten Passagiere auf – und alle anderen fühlten sich gezwungen, es ihnen gleichzutun. Nach ein paar Sekunden tapferen Sitzenbleibens wurde auch ich ich-schwach (Psychologie 12. Klasse). Aus unserem ankommenden Flugzeug stiegen mehrere Maskottchen. Irgendwann drehten sie sich um und der Löwe entdeckte uns alle im Glasdurchgang. Er kam winkend angerannt und machte lustige Bewegungen, woraufhin alle anderen Maskottchen einstimmten. Das nahm mir gleich mein mulmiges Gefühl.

maskottchen

In FaM angekommen lief ich gefühlte 1,5 km bis zum wirklich allerletzten Gate: Z69. Shanghai PuDong. Und ich fühlte mich, als wäre ich schon in China angekommen, als ich einen Blick über die Wartenden schweifen ließ. Wahrscheinlich waren sie auf dem Weg nach Hause, um sich das heißbegehrte Neujahrsfest nicht entgehen zu lassen.

B747

Laut Ausweisung auf dem laminierten Sicherheitszettel eine B747-400.

In diesem Flugzeug gab es 3 Reihen mit 3 und 4 Sitzen. Ich hatte mir schon bei der Buchung im August einen Fensterplatz reserviert. Muhaha! Und veganes Essen gab es auch: „Sie hatten ein Special-Menu bestellt?“. 10 Stunden Flug waren dann aber doch ganz schön lang. Ich habe mein neu angefangenes Buch fast ausgelesen, 3 Stunden versucht zu schlafen und die letzten 3 Stunden vor Ankunft den Sonnenaufgang über den Wolken beobachtet. Es war unbeschreiblich schön.

Auch Shanghai von oben zu sehen war sehr interessant. Den Huangpu-Fluss von Martins Fotos habe ich gleich wieder erkannt. Und auch Kohleschiffe waren unterwegs. Kaum war unsere Maschine gelandet, hörte man es von überall klicken (die Sicherheitsgurte) und in beiden Gängen bildeten sich blitzschnell zwei Schlangen. Gut, dass wir also nicht abgestürzt sind. Ans Ruhig-Bleiben und Nacheinander-Antreten hätte sich sicher niemand gehalten. Vorm Gepäckband musste noch eine Arrival-Card ausgefüllt werden. Meine wurde mir gemopst, als ich alles zusammenpacken wollte. Also musste ich noch einmal alle Papiere, Nummern und Adressen herauskramen und stand nun ganz hinten in der sich mehrfach knickenden Schlange an der Passkontrolle. Dafür erspähte ich aber sofort meinen Koffer, rief „Das ist meiner!“ und rannte ein Stück mit, weil sich alle dicht vors Band gedrängt hatten.

Dann kam er endlich! Der so so lange herbeigesehnte Moment. Leider kann ich das jetzt nicht in Worte fassen, sonst schrumpft meine Erinnerung später vielleicht nur auf diese wenigen Sätze.

Wir fuhren mit der blitzschnellen Magnetschwebebahn, Maglev genannt, in die Mitte der Stadt, weiter ging es mit dem Taxi, und überquerten todesmutig die Straße mitten in der Mitte. Aber es scheint keinen Unterschied zu machen, ob man bei einer Ampel hinübergeht, denn: Rechtsabbieger dürfen immer fahren! Auch wenn rot ist. Man fühlt sich ein bisschen wie beim Videospiel, bei dem man Frösche über eine stark befahrene Straße befördern muss . :D

Im 19. Stock angekommen hatte Martin einige tolle Überraschungen für mich. Darunter auch ein paar kuschelige Hausschuhe, denn in China gibt es ja keine Heizungen. Ein Heizlüfter hält uns aber trotzdem schön warm.

Am Abend gingen wir entgegen aller Erwartungen erst einmal in ein japanisches Restaurant. Ajisen Ramen. Da ich in Deutschland nicht so der Fan von asiatischem Essen bin, war ich überaus überrascht, wie lecker es hier geschmeckt hat. Mit Stäbchen Suppe essen hat auch großen Spaß gemacht. Es war wie Fischen im Wundertütenteich. Katharina hat sich hartgesotten eine scharfe Krabbensuppe mit Algen bestellt.

aijsen

Meine Wahl: Das da unten in der Mitte. :) Mit der Beschreibung: Assorted vegetable noodles.

Wohl genährt fuhren wir auf das Dach vom Wohnhaus (40. Stock), ließen uns den leichten Wind um die Ohren wehen und genossen den weiten Ausblick über das Lichtermeer von Shanghai.

stadtbeinacht

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