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Die Aufgabe für das Wochenende hieß: das ohrenbetäubende Chaos überstehen. Meine derzeitige Mitbewohnerin hatte 4 Tage Dauerparty in unserer Besenkammer geplant. Der einzige nervenschonende Ausweg: Flucht! Denn nach dem traurigen Ereignis der vergangenen Woche war ich erst Recht nicht in Feierlaune.

Tag 1

Den ersten Tag verbrachte ich bei Olesia. Gleich nach dem Frühstück machten wir uns an unsere Uni-Aufgaben. Sie druckte für ihr Projekt „Mode-Illustration“, ich zeichnete meine schätzungsweise DIN A0-große Lilie für den Fachkurs „Die Liebe zu den kleinen Dingen“. Dabei geht es um die Dinge, die sich bei fast jedem in irgendeiner Ecke sammeln, von denen man sich nicht trennen möchte, die aber kaum materiellen Wert haben. Wir versuchen herauszufinden, warum es uns so schwer fällt, diese Dinge wegzuwerfen. Sind sie emotionale Platzhalter? Rätselhafte Entdeckungen? Erinnerungsträger? Meine Lilie ist ganz gewiss letzteres. Sie steckte im Brautstrauß und ich habe Angst, dass die Wirkung verfliegt, sollte ich auch nur irgendeinen Halm daraus entbehren. :)

Und nun die Liebe zu den großen Dingen.

Doch da ist noch eine zweite Bedeutung: an dem Tag, an dem ich mit der Zeichnung begonnen hatte, ist unser Lumbi von uns gegangen. :( Martin und Lumbi müssen sich die Widmung nun also teilen.

Umso mehr freute ich mich über Olesias derzeitigen Mitbewohner Fima. Es war so schön, das warme Katzenfell zu spüren und sich „entspannen zu lassen“. Und ein sehr gutes Zeichenobjekt mit seiner Ausdauer im Stillliegen. Hier nur zwei von zehn Skizzen.

Fima träumt von veganem Schinken. ;)

Fima kann bei Helligkeit nicht schlafen.

Am Abend entfachten wir ein kleines Feuerchen im Wohnzimmer und machten es uns gemütlich. Nein natürlich arbeiteten wir auch jetzt noch. Diesmal für Olesias Fotografie-Aufgabe. Man soll immer weiter machen, wenn es am schönsten ist, nicht wahr? Am Ende experimentierten wir mehr für uns als für die Uni. Leider klappte das mit dem Silhouetten-Umranden nicht, weil ich viiiel zu kitzelig war. Und bin …

LED-Feuer.

Nach dem Abendessen füllten wir weiter unsere Skizzenbücher, da der Raum immer noch voller kreativer Atmosphäre steckte.

Vom Obstteller vom Mädelsabend einen Tag zuvor.

Tag 2

Am 2. Tag traf ich mich wie schon vorletzte Woche mit Damaris im Atrium in einem Café, um Menschen zu beobachten. Mal sehen, wie viel Geld am Ende des Semesters allein für Getränke drauf gegangen ist. Wer sich unserem Scribblefanatismus gern anschließen möchte, melde sich einfach bei uns.

Tag 3

Heute am dritten Tag leistete ich Peggy beim Stricken – und sie mir, wie sollte es anders sein, beim Zeichnen Gesellschaft. Als ich ein Foto von der berühmten grünen Ruinen-Villa in Weimar sah, erzählte ich ihr, dass sie letztens abgerissen worden sei. Schade um den perfekt geeigneten schaurig-schönen Drehort für Horrorfilme. Peggy wusste mehr! Sie hatte sich in einer ihrer Seminararbeiten mit der alten Villa Hetzer beschäftigt. Ich staunte nicht schlecht über die Grundrisse und Informationen über den Besitzer. Während meiner analogen Reisewoche 2011 hatte ich das Haus aufgesucht und trotz hellstem Sonnenschein eine Gänsehaut bekommen. Für das Foto stellte ich mich nur vorsichtig auf eine gebrochene Betonplatte, die einmal eine Treppe gewesen war, und schon bröckelte es von der Decke. Die Treppe zum Keller fehlte ganz. Durch ein Loch im Boden konnte man auch außerhalb der Villa in den Keller schauen. Er war bis zum Rand mit Müll gefüllt, überall lagen Scherben im Moos und die Sträucher wuchsen so blickdicht um das verwinkelte Haus, dass man … Na ja, es war kein angenehmes Gefühl.

Im Mai 2011.

Hetzer-Villa in Weimar.

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