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Sobald die Summaery vorbei und somit die vorlesungsfreie Zeit eingeläutet war, grübelte ich darüber nach, was ich Martin alles für Shanghai auf die Reise geben könnte. Etwas Persönliches musste auf jeden Fall mit dabei sein. Ein Trostspender in der Not. Und da sich Lommy nicht teilen lässt und ursprünglich ja mal ein Geschenk an mich gewesen war, blieb er natürlich bei mir. Auch wenn er mittlerweile seinen Papi sehr vermisst.

Meine neue Herausforderung hieß also: Nähen lernen. Ich machte mich über’s Internet ein bisschen kundig. Aha, Fleece sollte ein guter Stoff sein. Im riesig großen Alfatex in Erfurt wurde ich – wie sollte es anders sein – trotzdem nicht fündig. „Fleece kommt erst mit der Winterware. Wir können wirklich nicht sagen, wann genau das sein wird.“ Was soll’s, hauptsache rosa, dachte ich mir. Also einen schön schmiegsamen Jersey in den Korb gelegt. Zu Hause dann Schnittmuster gezeichnet und Grunznase aufgenäht. Zur Sicherheit schickte ich folgendes Foto an Gabriele Conrath, die YouTube-Göttin des Nähens:

Jersey? Tja, da sollte man lieber Vlies hinterbügeln, sonst dehnt sich der Stoff beim Zusammennähen viel zu sehr und die Füllwatte macht ihr eigenes Ding. Ich also Schlüssel geschnappt, in die Stadt gelaufen, Vlies gekauft. Schande über mich, ich besitze kein Bügeleisen. Aber meine liebe Nachbarmitbewohnerin lud mich ein und ich lernte gleich noch Bügeln. :)

Dann ging alles ganz fix. Rosa und schwarz im Wechsel nähen, Füllwatte rein und … was war das? Natürlich dehnte sich mein Schweinchen durch die Füllwölbung. Jetzt sah es also noch fetter aus! Ob der Glückskleegürtel da noch etwas retten konnte? Eher nicht. :)

Und ohne Herz geht’s natürlich nicht.

Im Hotel in Frankfurt am Main gab es dann die große Bescherung. Ich packte eine Kiste voll mit schönen Dingen, immer mit dem Hintergedanken, dass das alles ja noch in den Koffer passen musste. Hat nicht ganz geklappt, aber die gewichtsintensiven Bonbons waren zum Glück bis 2015 haltbar. Jetzt stehen sie in meinem Zimmer in Weimar und ich muss mich ein Jahr lang zurückhalten, sie nicht doch schon zu vernaschen.

Mittlerweile sind schon 20 Tage seit dem Flug vergangen und Schweinchenklein hat mir aus Shanghai über Skype gewunken. Lommy aus Deutschland zurück.

Morgen beginnt mein Nähkurs. Ich bin schon ein bisschen aufgeregt, weil ich immer an das Bild eines ausversehen eingenähten Fingers denken muss. Es geht nämlich an die richtige Nähmaschine! An dieser Stelle vielen lieben Dank für den guten Tipp an meine Bügelnachbarin, die den Kurs in diesem Spätsommer schon zum dritten mal belegt.

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