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Wie jedes Jahr wurde es Anfang Juli wieder so richtig stressig für alle Studenten der Bauhaus-Universität. Die Jahresausstellung stand bevor. In diesen Nächten sah man wahrscheinlich die meisten Lichter in den Fenstern Weimars brennen. Auch noch 4 Uhr früh. Nachtschichten sind kein Fremdwort mehr. Das hat die Uni sich ganz clever als versteckte Deadline ausgedacht, die im Wintersemester doch gern einige überziehen: wer rechtzeitig fertig wird, darf ausstellen. Wer nicht, hat Pech gehabt – und entgeht zusätzlich einer Jury, die die besten Arbeiten für weitere Ausstellungen, unter anderem in Berlin, auswählt. Wobei niemand weiß, nach welchen Kriterien die Jury da manchmal bewertet. =)

Fachkurs „Licht“ (Fotografie)

Ankunft im Traumland

Bei der Hausaufgabe, mit 3 Lichtern zu fotografieren, hatte ich Blut geleckt. Ich wollte mehr davon. Und ich sah es als Herausforderung, eine Serie mit vielen träumenden Mädchen in direktem Blickkontakt zum Betrachter umzusetzen, die immer noch die gleiche Ruhe ausstrahlen sollte, wie ein einzelnes Bild.

Zu drei Studioterminen fotografierte ich insgesamt 10 Mädchen, von denen mir 7 Aufnahmen geeignet erschienen. Wie unser Professor schon gesagt hatte: man muss immer mehr als vorgesehen produzieren, damit man die besten Ergebnisse zusammenstellen kann. Die größte Schwierigkeit erwies sich darin, die Lichtkreise so identisch wie möglich zu setzen. Mit gleichen Helligkeiten, Abständen und Rundungen. Foto – vergleichen – nach hinten laufen – Leuchten bewegen, drehen und einstellen. Immer wieder. Irgendwann hatte ich den Dreh dann raus. Richtig stehen, richtig gucken, Fernauslöser für den Blitz überprüfen, Kuscheltier wie besprochen halten, etwas mehr nach links, halt, nicht ganz so weit, noch mal ein Stück nach rechts, Augen schön weit öffnen, genug Sterne am Himmel? Achtung! Blitz!

Zur Ausstellung gab es dann noch ein bisschen Musik zum Träumen. Unter anderem diesen Song: Moss Mountain Town (The Album Leaf)

Um mal den ungefähren Wert zu beschreiben, der dort hing: Drucke 50,40 + Kappaplatten 24,50 + Klebefolie Rollenware 20,00 + Angelsehne 4,50 + Quetschperlen (zur Befestigung der sich immer wieder lockernden Angelsehneknoten) 3,60 = 103 Euro!

Projekt „Rollenspiele“ (Fotografie)

Not always child’s play

Für mein Projekt war ich mit 10 Mädchen an 8 Tagen an 28 verschiedenen Orten (Szenerien), bis alles zusammengepasst hat. Auch weil sich mein Konzept zwischendurch ins komplette Gegenteil wandelte. Nun ist es aber zum Glück doch wieder an seinen Ausgangspunkt zurückgekehrt: den Eindruck einer heilen Welt erwecken.

Wie viele Menschen habe ich vor meinen Bildern stehen sehen, die ein „Oh wie süß!“, „Wie niedlich!“ von sich gaben. Und da Bilder immer eher ins Auge fallen als Text, hatte ich Glück mit meiner versteckten Botschaft, die in dezenter Schrift unter dem Bild stand und die Betrachter erst beim zweiten Hinschauen wahrnahmen. Imaginäre Freunde – von einigen Menschen belächelt, sind hier der Ausweg der Erinnerungen einer schmerzhaften Kindheit. Die Zuflucht in eine bessere Welt.

Für Details hier noch einmal die kleinen Freunde in der großen Ansicht. (anklicken und mit der Lupe vergrößern)

Fast schon ein kleines Filmfestival

Das Highlight der Summaery sind wohl jedes Jahr die beiden Filmabende im Audimax, zu denen Freitag ausgewählte Kurzfilme von Studenten der Visuellen Kommunikation (Sommernachtstape), Samstag von Studenten der Mediengestaltung/Medienkunst (Medienrolle) gezeigt werden. Die einzige Veranstaltung im Jahr, zu der mal alle pünktlich sind, ja sogar schon eine halbe Stunde vor Beginn Plätze sichern. Der Audimax ist dann so voll, dass die Loge geöffnet wird, die Treppen bis unten besetzt sind und sogar von draußen durch die große Scheibe mitgeschaut wird. Eine Tonübertragung dorthin gibt es mittlerweile auch. Und dieses Jahr fand nun noch eine dritte Vorführung im Kino Mon Ami statt. Dort lief unser Film „Aller Morgen Abend“. Zur Premiere kamen auch unser großer, sowie kleiner Schauspieler mit Familie.

Zum Sommernachtstape lief dann überraschender Weise auch unser Fachkurs-Film „Elementar“ und zur Medienrolle Martins Abschlussfilm „Ottilias Ochse“.

Ein rundum gelungenes Wochenende!

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