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Sonnenschein und Frühlingsgefühle – Lust, gemeinsam die Welt zu erkunden! Ein bisschen herumzureisen. An einen Ort, den wir beide schon gesehen, aber noch nicht gemeinsam erlebt haben. Eisenach! Dort scheint es sowieso immer Sonne zu geben. Der Zug hatte wie gewöhnlich 10 Minuten Verspätung. Unser Glück, denn ich entdeckte einen Spiegel, in dem wir ein erstes Foto von uns machen konnten, ohne einen Passanten fragen zu müssen, ob er uns mal eben unscharf und blinzelnd fotografieren würde. Okay, ganz so scharf war mein Fokusversuch dann auch nicht, aber wir stehen ja noch ganz am Anfang unserer Erlebnisse, da passt ein leichter Vintage-Look vielleicht doch ganz gut.

Im Zug ging das fröhliche Fotografieren auch gleich weiter. Schnelle Fahrt = kurze Belichtungszeit + kleine Blende. Wegen der Schärfe – das hatten wir ja schon mal. Der hellste Sonnenschein verwandelte sich in meiner Kamera in eine düstere Abendlichtstimmung. Waren wir am Ende nur die Figuren in einer Miniatur-Eisenbahn?

Das erste Ziel in Eisenach war ein Laden, in dem wir Postkarten für unsere lieben Eltern kaufen konnten. Das zweite war eine Drogerie („Du könntest jetzt was vertragen!“ Gemeint hatte er sein Lieblingsparfum.). Wo immer also eine Drogerie auftaucht, bin ich vor einer Bestäubung nicht mehr sicher. :)

Anschließend suchten wir ein kleines Lokal auf, um uns mit Bruschetta zu stärken. Und es schmeckte unerwartet überragend gut! Kurz vorm Gehen fragte ich den Restaurantbesitzer noch, ob er zufällig die Zeitschrift „buongiorno italia“ kennen würde. Und er sagte „Ja!“, tatsächlich! Und bei der Mentalität eines echten Italieners ist man dann auch gleich im Gespräch. Was ich an alle Leute da draußen weitergeben soll: gute Qualität ist mehr wert, als ein geringer Preis. Denkt das nächste mal dran, wenn ihr Pizza e Pasta essen geht. ;)

Bevor der Umzug startete, schauten wir noch in eine dunkle Seitengasse von Eisenach. An einer lange nicht geputzten Fenstergalerie befanden sich Plakate in drei verschiedenen Sprachen: Deutsch, Englisch und Chinesisch. Sie warnten davor, zu nah ans Haus heranzutreten, da es einsturzgefährdet sei (wie unschwer zu erkennen an der zusammenbrechenden Decke des ersten Obergeschosses). Die Stadt Eisenach habe den Abriss wohl verboten. Was ist da los?

Sehr viel fröhlichere Bilder brachte uns dann schließlich der Festumzug mit dem originellen Namen „Sommergewinn“. Das muss wohl das Zauberwort für die Eisenacher Sonne sein. Man konnte die tollsten Kostüme bestaunen, wie zum Beispiel Weber, Marktfrauen, Schlossgespenster, die Schneekönigin, Eisbären, Hunde, Bienen, Frösche und und und. Besonders süß fanden wir die Küken. Was wir erst später bemerkten: der Kleine hatte direkt in meine Kamera gewunken. Einer der Bären (vorn links im Bild) gewann unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. Er wäre wohl lieber ein Soldat in cooler Uniform gewesen, als ein Brummbär bei diesem heißen Wetter. Martin würde gern mal einen Film mit ihm drehen. Allein durch die Gestik gab er schon einen tollen Charakter ab. Also kleiner Mann, wenn du dich hier irgendwann finden und wiedererkennen solltest, schreibe mir einen Kommentar, damit wir deine große Schauspielkarriere ankurbeln können! ;)

Das Schlusslicht des Umzugs bildete eine dröhnende Straßenkehrmaschine, die den von allen Umstehenden schon so lange beobachteten Pferdeapfel plattwalzte (auch im Bärenbild rechts zu sehen). Als das Fahrzeug langsam um die Ecke bog, schimmerten noch immer nasse Spuren im Sonnenlicht. Ein wundervolles Bild. XD

Bye bye Eisenach! Bis zum nächsten Sonnentag!

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