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Jetzt waren wir tatsächlich im Kino. Ich hatte bereits das Buch gelesen und wusste, was auf mich zukommen würde. Mit 3 Taschentücherpackungen und einer Vorwarnung an meine Mädels (es könnte traurig werden) saßen wir gerade noch im Vorprogramm. Ich muss zugeben, im Kino schaue ich mir wirklich gern Werbung an. Ob das am guten Sound liegt? Allerdings werden auch ganz andere Genres gezeigt. Weg von der Produktvermarktung hin zum nachdenklich stimmenden Inhalt. Konsequenzen für Raubkopierer, für Autobahnraser, … aber vor allem Konsequenzen für deren Familien, Freunde und Angehörige. Manche beginnen auch ganz gut gelaunt. Der Zuschauer wird in die falsche Richtung geführt. Und wenige Sekunden bevor sie enden, kommt es zur erschreckenden Wendung. Während schon der nächste Clip läuft, hängt man mit den Gedanken immer noch an den Ausmaßen des Unglücks. „Zwei an einem Tag“ erzählt genau so eine Geschichte. In Filmlänge. Die Charaktere haben also noch mehr Zeit, einem richtig fest ans Herz zu wachsen.

Auf der Suche nach einem englisch-sprachigen Buch entschied ich mich für „One day“. Nachdem ich den Brief von Emma jedoch nicht so ganz verstand und dachte, ich könnte wichtige Informationen verpassen, lieh ich mir zusätzlich die deutsche Version aus unserer Stadtbibliothek aus. Wirklich interessant, die unterschiedlichen Formulierungen zu lesen. Zum Beispiel: „Was reimt sich auf Dexter?“ Im Englischen klappt’s als unreiner Reim, im Deutschen gar nicht – absichtlich. Und man lacht trotzdem drüber. Im Deutschen wurde auch das Wort „kalauern“ verwendet.

Wie so oft konnte der Film nicht ganz mit dem Buch mithalten. Irgendwie fehlte die Dramatik. Intensivere Filmmusik wäre gut gewesen. Klavier und Violinen. Die Schauspieler waren allerdings perfekt ausgewählt. Anna Hathaway und Jim Sturrges. Beide so sympathisch. Dex schon fast zu sehr. Man kann ihm manchmal gar nicht so böse sein, wie er es verdient hätte.

Beim Lesen hat man viel mehr Zeit, die 20 Jahre auf sich wirken zu lassen. Von 1988 bis 2008 wird jeweils der 15. Juli in Em’s und Dex‘ Leben beschrieben. Im Film wird nach Einblendung des neuen Datums schmerzlich klar, dass es kein Zurück in die eben gezeigte Szene gibt. Dass man seine Konzentration sofort ins nächste Jahr mitnehmen muss. Wie 20 kleine Nachdenk-Werbungen!

Richtig gute Arbeit hat auch die Maske geleistet:

Die ungeahnte Wendung im Film steht der im Buch jedoch in nichts nach. Während ich lesend, nebenbei im Kochtopf rührend, dachte: „Was? Hab ich das richtig gelesen? Das kann doch nicht sein! Oh mein Gott …“, schnellte, im Kinosaal sitzend, Marias Hand an ihr Herz. Sie war ebenso erschrocken gewesen.

Aber seht/lest selbst!

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