Schlagwörter

, , ,

So viele verschiedene Menschen wie in der Einführungswoche lernt man in so unglaublich kurzer Zeit das ganze Semester über nicht mehr kennen. Hier Visuelle „Kommunisten“, da Produktdesigner und Studenten der Fakultät Medien. Auch wenn die Teilnahme keine Pflicht ist – ich würde es bereuen, nicht dabei gewesen zu sein. Mal davon abgesehen, dass diese Woche nichts mit Stress, sondern vielmehr Inspirationen und Spaß zu tun hat. Und da ab dem 2. Semester sowieso alle zusammenarbeiten, ist es von Vorteil, Teamqualitäten schon ein bisschen einschätzen zu können. Und ich habe wirklich tolle Leute kennenlernen dürfen. Meine Mitbewohnerin ist eine davon! Ich hatte schon öfter mit dem Gedanken gespielt, umzuziehen. Der ist jetzt einfach beiseite geschoben. Mit Eli von gegenüber sind wir schon ein beinahe eingeschworenes Team. Am Samstag haben wir uns in unsere kleine Küche gequetscht und gemeinsam gefrühstückt. Donnerstag wollen wir kochen. Zu viert! Das wird ein Spaß! =)

Ein Spaß war auch die Nacht von Samstag zu Sonntag. Meine lieben Ellis kamen mich zum Zwiebelmarkt besuchen. Alle Jugendherbergen schon lange vorher ausgebucht. Hostels mit einem Aufschlag von bis zu 50 %. Und in mein Zimmer passen genau noch zwei Matrazen-Puzzle-Teile. Kein Fleck zum Treten mehr. Die plötzliche Kälte konnte uns also wenig anhaben.

Solange die Temperaturen nicht noch weiter sinken, liebe ich den Herbst. Er hat immer so etwas Magisches. Die schwarzen Äste, der laubbedeckte Boden, erfrischende, leichte Winde (nur leichte sind wirklich ertragbar, alles andere stört bei langen Haaren einfach), warme Lichter in der Dunkelheit und die Lust auf surreale Literatur an Regentagen, eingemurmelt in meine liebste Kuscheldecke und Holunderblütentee.

Das Zwiebelmarktwochenende entsprach wirklich dem, was meine Kommilitonen vorhergesagt hatten: drei Tagen, an denen sich Weimars Einwohnerzahl mal eben verdoppelt. Wir kämpften uns in einem Bogen durch Verkaufsstände mit Knoblauch-, Peperoni- und Zwiebelzöpfen, Wollmützen, Schals, Tüchern, Kerzen, Schreibfedern und Schmuck über den Mittelaltermarkt zum Riesenrad vorbei an edlen Weinen, Zwiebelkuchen, frisch gebackenem Brot, Crepes und Zuckerwatte bis zum Neuen Museum vor.

Ich hatte schon Bedenken, ob mein Paps das so lange durchhält. Hat sich aber wacker geschlagen und zwischendurch mit Kartoffelpuffern und Apfelmus gestärkt. In der Ausstellung konnten wir wieder frei atmen. „Vision“ war wirklich beeindruckend. Interaktive Objekte bleiben so viel länger im Gedächtnis als ein stummes Bild an der Wand. Davon zu erzählen würde lange nicht dem Vor-Ort-Erlebnis entsprechen. Eine Landschaft allein durch Augenbewegungen auf einen großen Monitor zu zeichnen – einfach unglaublich – die Zukunft der Grafiktabletts? Oder die Übertragung von einem gefilmten Raum in Vektoren und Lichter, … Schaut es euch besser selbst an!

Advertisements