Der heutige Arbeitstag endete früher, als gedacht. Ich hätte noch ewig weitermachen können, aber Freitag ist Freitag. Der kurze Werktag. Und aufgrund der berüchtigten „Fluktuation der Grafiker“ bin ich nicht im Besitz eines Schlüssels. Also fuhr ich gemeinsam mit Julia die Rechner herunter. War mir eigentlich auch ganz recht. Keine Wolke am Himmel. Ilm-Park-Wetter! Knallrote, nicht zu übersehende Decke geschnappt (sehr vorteilhaft, wenn man sich mal dort verabredet – „Du erkennst mich an einer roten, auffälligen Decke.“ – ist doch mal etwas anderes, als eine rote Rose) und die 3 wichtigsten Dinge eingepackt: die Knipse, ein Notizbuch und ein, na gut, zwei Bücher. War ja noch Platz in der Tasche. Bevor ich es mir gemütlich machte, traf ich noch einen Uni-Mitarbeiter. Er war auf dem Heimweg. Dass er mir unverfroren mit dem Finger in die Seite piekste, fand ich nicht sooo super. Leider überspiele ich in solchen Momenten immer meine Abneigung mit einem Lachen. Kommt natürlich auf die Person an. Und es gibt eben noch eine Person, die ich wegen meiner Freundlichkeit einfach nicht loswerde. Leider ist diese Person auch ziemlich anfällig, was Kritik betrifft. Wie soll ich mir da noch erlauben, meine Meinung zu äußern.

Ich blendete den Gedanken schnell wieder aus. Oben am Hügel war ein guter Platz, um so lange wie möglich Sonne zu tanken. Nachdem ich ein wenig gelesen hatte, legte ich mich auf den Rücken, winkelte die Beine an und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Die Nachmittagssonne schloss ganz automatisch meine Augenlider. Und ich lauschte gespannt den schnatternden Spaziergängern. Ein Wort trug mich dabei in Gedanken fort. Dachboden. Unglaublich, in welcher rasanten Geschwindigkeit mir mein Gehirn eine nach der anderen Geschichte erzählte. Ich lauschte und beobachtete gespannt. Manchmal braucht man eben keine Bücher. Manchmal reicht es, wenn man sich selbst im Gepäck hat.

Als sich die Sonne hinter der höchsten Pappel versteckte, trat ich den Rückweg an und entdeckte ein kleines Wunder der Natur vor dem Studentenwohnheim. Während sich bereits Schatten übers Land legten, erweckte ein kleiner Baum die Aufmerksamkeit der Sonne. Er und nichts anderes:

Spätsommer malen überhaupt die beeindruckendsten Bilder!

Advertisements