Geschichten aus dem Jenseits

„Hey Claudie! Dieses Jahr wieder Theater?“ – „Klar!“

Schauspielerei, Technik, Film, Band, Kostüm, Bühnenbild, Texter oder … Plakater? Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: seit meiner Ausbildung hatte ich keine Plakate mehr gestaltet! Man könnte mir also nicht vorwerfen, dass ich das doch schon jeden Tag machen würde. Die unendliche Weite der Fläche ist für mich eine echte Herausforderung. Ich liebe eben die kleinen Dinge im Leben, wie nicht zuletzt meine A6-große Bachelorarbeit zeigt … und der 2 cm kleinere Hannes – hohe Schuhe goodbye.

Überhaupt war dieses Projekt für mich so ein richtiges Selbstfindungsding. Wie immer stehen am Anfang unzählige Gestaltungsmöglichkeiten offen. Fotografie? Typografie? Analoge Zeichnung? Digitale Illustration? Vectorlines! Und als ich mein Portfolio durchblätterte, wurde mir klar, dass ich meinen Stil gefunden hatte, ohne es zu bemerken. Denn vektorisierte Handzeichnungen fanden bereits Platz im „Da haben wir den Salat!“-Buch, auf Postkarten der Tagung Hochschulwege 2015, dem Buch zur eBook Revolution, dem Post-Set Schreib mal wieder, im Notizbuch „Gartenfreund“ und nicht zuletzt als Nicht-Foto auf meinem Lebenslauf.

Wenn ihr wissen möchtet, wie man mit einem Gestaltungsmittel und dennoch 1000 Umwegen zu einem Plakat kommt, das nun die Straßen von Konstanz ziert, dann klickt auf die Bilder und erfahrt mehr:

Feeertig! Der Vorverkauf kann beginnen – und vorbei. Äh Mist, das tut mir jetzt leid. Alle Karten waren innerhalb einer Woche ausverkauft. Aber kommt doch an die Abendkasse und lasst euch dieses fantastische Stück nicht entgehen! Heute ist Premiere!

GadJ_Verkauf

Bene, Mela und Kevin können es kaum erwarten, euch Geschichten aus dem Jenseits zu erzählen.

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Rückblick nach vorn

Und schon ist wieder ein Jahr vorüber. Im Januar 2015 hatte ich noch vor dieser kahlen, weißen Leinwand gestanden, die mir vermittelte „Du kannst mich bemalen, wie immer es dir beliebt. Aber ein klein wenig Zufall wird nicht auszuschließen sein.“ Nichts war sicher und nichts entschieden. Und dass ich meinen Zwischenstopp anders als geplant einlegte, erst recht nicht.

1. Spanisch lernen

Hola, ¿Qué tal? Me llamo Claudie y soy de Cottbus, una ciudad en el este de Alemania. Tengo veintiseís años y vivo en Constanza. Estudio diseño comunicación en la Escuela Técnica Superior de Constanza. Estudio diseño comunicación para ser diseñadora editorial y ilustradora y trabajar en editorial. No trabajo actualmente, sólo estudio. Tengo un estudio interesante porque siempre gano inspiracionas nuevas; tengo también hobby: en mi tiengo estudio español y sono batería y cajón en la banda teatro. Hablo tres idiomas: inglés, ruso y estudio español. Mi lengua materna es alemán. Estudio español para hablar con mis amigas en Madrid y Chiclana y porque me gusta mucho! Busco una persona para practicar español! Muchos saludos y hasta pronto!

Also ja! Es hat geklappt, die Weltherrschaft ist in Sicht und me encanta! Ich liebe es!

Der Text ist übrigens ernst gemeint. Wenn du also der oder die Gesuchte bist, melde dich!

2. Verreisen

„… dorthin, wo es Sonne und Meer gibt. Oder zumindest einen Pool. Denn Schwimmen ist für mich DAS Gefühl von Freiheit.“

Das war mein Wunsch, der sich zwar nicht wie geschildert, aber dennoch wunderbar erfüllt hat. Der Sommer steckte voller Erlebnisse und Entdeckungen im Grünen. Wie oft ich mit Hannes baden war, kann ich gar nicht mehr zählen. Und meine Sonne waren eindeutig die vielen tollen Menschen, die ich dieses Jahr kennenlernen durfte.

3. Einen Weg finden

Ufer

Nachdem ich mir einen Weg mit drei Abzweigungen gesucht hatte, fand mich der richtige Pfad: die HTWG in Konstanz mit einem Masterstudium voller Überraschungen. Hier konnte ich endlich meiner Spanisch-Philie frönen; ich durfte André Stauffer von MetaDesign in Zürich interviewen; habe in Workshops und Vorlesungen auch fernab meines Studiengangs ganz besondere Menschen kennengelernt; konnte, wann immer ich wollte, auf die Trommeln und in die Tasten hauen; und im Januar werden wir endlich unser Theaterstück aufführen (das schon Anfang Dezember ausverkauft war!). Ich kann es kaum erwarten! Das ist dieses Jahr mein Weihnachten und Geburtstag zusammen.

4. und eine schöne Wohnung

„… an einem schönen Ort. Mit tollen Mitbewohnern oder keinen.“

Konstanz Königsberg, erfüllt! Und ein kleines aber sehr feines Einzelappartment im Wohnheim oben am Waldrand im 5. Stockwerk mit Blick über Baumkronen und rote Ziegeldächer und wärmender Abendsonne auf Balkon und Schreibtisch. Die 3 km zur Hochschule geht es (bis auf die Fahrradbrücke) in Lichtgeschwindigkeit bergab. Die 3 km zurück bergauf … na ja, wenn schon kein Sportkurs mehr in den Semesterplan passt. ;)

ZimmerKonsti

Aber vor Konstanz gab es ja noch den oben bereits erwähnten, unerwarteten Zwischenstopp: ein ganzes halbes Jahr wohnte ich mit Hannes in Erfurt, ebenfalls (fast) über den Wolken – die tollste WG, in der ich jeher gelebt habe!

5. Etwas an den Mann bringen

Mmh … na ja. Man kann nicht leugnen, dass ich einiges verkauft habe. Und dass das meiste davon Printerzeugnisse waren. Allerdings verlief die Abwinklung der Käufe nicht online sondern über die Ladentheke im Copyshop. Und jedes mal war ich voller Inspirationen und dachte: endlich selbst machen! Mein illustrierter Gartenplaner zu Hannes Geburtstag war mein erstes kleines Projekt. Also: 2016 – neues Jahr, neues Glück!

Überleben im Character-Bootcamp

Vollbepackt mit tollen Sachen – meinem Grafiktablett und, na gut, weniger schön, meinem übergewichtigen stets laut stöhnenden Laptop, machte ich mich auf den Weg zur Hochschule. Die Workshopwoche stand auf dem Plan! Einmal im Semester organisiert die Fakultät Architektur und Gestaltung Exkursionen und Workshops, zwischen denen man sich nur schwer entscheiden kann. Als ich zwei Tage vor Beginn auf das mundpropagierte Character-Bootcamp stieß, war ich hin – und aus meinem ursprünglichen Workshop weg.

Dominik Gümbel, selbst noch Bachelorstudent, führte uns in das Mysterium der digitalen Illustration ein. Schritt für Schritt arbeiteten wir uns Tag für Tag zum fertigen Character vor. Am ersten Tag sahen wir uns ein paar Arbeiten von bekannten Künstlern aus der Szene an und begannen mit Skizzen und Lineart. Wie so oft beim digitalen Zeichnen wurde ich fast verrückt, weil mir die Linien einfach nicht so flüssig von der Hand gehen wollten, wie sonst mit dem Bleistift. Jeder Grafiktablett-Neuling fühlt sich in seine Kindheit zurückversetzt, als er noch lernen musste, einen Stift richtig zu halten. An den anderen beiden Tagen erklärte uns Dominik die richtige Farbwahl und -mischung bei warmem bzw. kaltem Licht. Ganz schön tricky!

stepsuebersicht

Mit mir am Tisch saßen etwa 10 Wacom-Gurus. Als ich nach rechts und links schaute, fragte ich mich, warum sie nicht längst in einem Animationsstudio säßen. Das war wieder so ein Moment, in dem ich glücklich darüber war, dass ich nicht so alt aussehe, wie ich wirklich bin. Doch sei es drum, die Arbeiten der anderen haben mich natürlich nur noch mehr motiviert. In so ein buntes Bootcamp würde ich mich freiwillig jederzeit wieder begeben.

Claudies-Character

Damit die Ergebnisse nicht ungesehen auf unseren Laptops verstauben, planen wir eine kleine Ausstellung im L-Gebäude. Kommt alle und schaut, aber sichert vorher eure Kinnladen vor dem Bodenaufschlag. ;)

Ach ja, der nette Kerl hier sucht noch einen Namen. Vielleicht habt ihr den passenden parat?

WTF … oder besser: HTWG!

Schlagwörter

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HTWG

… also zuallererst einmal bin ich sprachlos! Und begeistert, entzückt, völlig außer mir, berauscht, überwältigt, fasziniert, einfach hin und weg: Was für eine geile Hochschule! Wäre ich keine Verfechterin des Positiven, würde ich mich jetzt fragen: Warum war ich nicht schon eher hier? Stattdessen bin ich mächtig dankbar, dass mir hier anderthalb oder auch zwei Jahre voller Überraschungen bevorstehen.

ersterTag

Das Bodensee Racing Team stellt sich vor. Hier der Film, der im Hintergund lief.

Schon die Einführungsveranstaltung war der Knüller. Man hatte für uns ein Programm in Form von Talkshowbeiträgen und Filmen organisiert und uns somit sehr gut einprägsam die Bereiche der Hochschule vorgestellt. Wie viel Mühe sie sich gegeben hatten, das kannten die meisten von uns nicht. Im Anschluss gab es eine Tischmesse, bei der alle hochschulinternen Organisationen vertreten waren, die man mit Fragen löchern konnte. Auch das Bürgerbüro zog an diesem Tag extra für uns neue Studis ins A-Gebäude, damit wir für die Ummeldung nicht Ewigkeiten im Wartezimmer verbringen mussten.

HTWGbag

Ein Geschenk mit ganz viel Platz für ganz viele Bücher!

Im Masterstudiengang Kommunikationsdesign sind wir gerade mal 11 Erstsemestler. Unsere Namen kannten wir daher schon am ersten Tag auswendig. :) Für den gesamten Studiengang gab es noch einmal eine extra Veranstaltung, bei denen Projekte vorgestellt und Wettbewerbe angekündigt wurden. Und – was ich richtig toll fand – zeigten uns alle Professoren per Fotoshow ihre Mitbringsel aus dem Urlaub, also interessante Schnappschüsse, die mehr oder weniger zum Thema Design passten. Illu-Prof Thilo Rothacker zum Beispiel zeigte eine afrikanische Raupe, die ein so lustig-menschliches Gesicht hatte, dass er vom Characterdesign der Natur ganz angetan war. Im Anschluss gingen wir Masterstudenten mit den Professoren im „Aurelio“ am Rhein essen (in unserem Studiengang duzt man beinahe jeden, dieses familiäre Verhältnis habe ich mir immer gewünscht) und plauderten bis nach Mitternacht.

bunterHerbs2t

Konstanz selbst trägt natürlich auch noch einiges zum Wohlfühlfaktor hier bei. Bunter Herbst am türkis-farbenen Rhein (der nicht mehr aufs Bild passte).

Die Hochschule legt großen Wert auf das sogenannte Studium Generale, also den Blick über den Tellerrand. Weg vom Fachidioten gilt der Anspruch, dass man einen Kurs belegt, der nichts mit den eigenen Lehrinhalten zu tun hat. „Leider“ ist das Angebot so gut, dass ich jetzt mehr generale als KD studiere. :D

Noch bevor das Semester losging, habe ich mir einen Plan mit allen Kursen, Workshops, Ringvorlesungen usw. aufgestellt und mich direkt beim Spanisch-Kurs angemeldet. Juhu juhu! Ich liebe die Aussprache und darauf wird von unserer Lehrerin Marinela de la Rosa auch viel Wert gelegt (hoffentlich fange ich nicht auch im Deutschen an zu lispeln). Nach 2 Einheiten kann ich immerhin schon sagen, warum ich Spanisch lernen möchte: Estudio español para hablar con los amigos en Madrid y Chiclana. Is‘ klar, ne?

Montags lasse ich mich von 17:30 bis 21 Uhr von zwei sehr interessanten Ringvorlesungen mit den Titeln „Nachhaltige Entwicklung“ und „Diese Wirtschaft tötet“ nachdenklich stimmen. Auf dem Programm steht auch die Ermittlung des eigenen ökologischen Fußabdrucks und für alle, die noch mehr Punkte sammeln wollen ein selbst gewähltes Veränderungsprojekt. Schade, dass ich schon Veggie bin. :D So werde ich mich wohl dem Vermeiden von Plastik zuwenden. Könnte sicher ähnlich spannend werden.

TheaterHTWG

Foto: Ilja Mess, Eventproduktion Theater der HTWG

Und wo bin ich noch hineingeraten? Ins Theater! Und wer ist Schuld? Unser Leiter Felix Strasser! Er konnte mich Theater-Ängstliche und 57 weitere Spieler mit seinem Charme und Enthusiasmus vollends überzeugen. Bei der ersten Probe haben wir ziemlich schnell gemerkt, dass er seine Aussage „Wer sich nicht anfassen lässt, kann gleich gehen.“ ernst gemeint hatte. Vom Hochheben über Nasenküsse mit intensivem Blickkontakt bis zur Arschbacken-Vereinigung legte man schnell seine Scheu ab und hatte einfach Spaß am Bewegen und Lautsein. Wer Theater spielt, braucht übrigens keinen Sportkurs mehr. Da man im Theater aber nicht nur Schauspieler benötigt, bin ich nun in die Band übergewechselt, mit der wir jeden Donnerstagabend im Keller proben. Ich muss ja zugeben, mit gerade mal anderthalb Jahren Schlagzeug-Erfahrung hätte ich mich nie in irgendeine Band getraut. Aber hier ist alles anders und schwups bin ich’s doch. Beim letzten Mal haben wir einen Song geprobt, bei dem ich Cajón spielen durfte … jetzt hätte ich auch gern ein eigenes! Ach ja, und wer in der Band spielt, braucht auch keinen Stressbewältigungskurs mehr, weil sich das mit Musik ganz von allein löst. ;)

ChuckNorris

Tja ja, ich werde meinen Master wohl nicht in Regelstudienzeit schaffen, wenn das so weitergeht. :D

Sie ist wieder da

Kaum hört sie auf zu studieren, lässt sie auch ihren Blog schleifen? Könnte man so sagen, auch wenn es nicht unbedingt beachsichtigt war. Ich habe einfach „zu viel“ erlebt, vor allem im Freien. Hatte oft das Bedürfnis, den Augenblick lieber zu genießen, als umständlich meine Kamera herauszukramen, um die entstandenen Fotos später Blog-gerecht zuzuschneiden. Und an vielen Tagen interessierte mich mein Computer, geschweige denn das Internet, einfach nicht. Aber ganz von vorn:

Wie hatte ich mir den Sommer vorgestellt? Nun, ich hatte mir ausgemalt, bei meinen Eltern zu wohnen (aus dem Wohnheim in Weimar musste ich Ende März wohl oder übel raus), an meinem Online-Shop zu arbeiten, ein paar Nachbereitungen zum Bachelorprojekt anzustellen und ab und zu auf Reisen zu gehen, um Freunde zu besuchen. Fast 6 Monate wären das gewesen … doch dann kam Hannes!

HannesWiese

Nach einer Woche Kinderzimmer zog ich (fast zurück) nach Erfurt. Dem Arbeitsamt sagte ich adieu, suchte mir in der Nähe der Uni einen Job in einem Copyshop und liebte es! Den ganzen Tag mit Papier arbeiten. Schneiden, falzen, lochen, heften, leimen, binden, prägen, entgittern, ordnen – der helle Wahnsinn. Unsere häufigsten Aufträge waren Bachelor- und Masterarbeiten in Hardcoverheißleimbindungen. Mehr Handarbeit, als man denkt. Aber es machte unglaublich viel Spaß. Und ganz nebenbei kamen mir jeden Tag unzählige Inspirationen zu eigenen Projekten. So fuhr ich mehrmals neben meinen Arbeitszeiten in unsere Filialen (ich wurde bald in beiden eingesetzt), um zum Beispiel einen eigens entworfenen, umfangreichen Gartenplaner mit Illustrationen zum Leben zu erwecken. Ein Geschenk zu Hannes‘ Geburtstag. … und wehe, du traust dich nicht, ihn zu benutzen!

Zwischendrin schrieb ich meine Motivationen für den Master und plagte mich mit all den Formalien rum. Anschreiben, Lebenslauf, Bachelor-Zeugnis, Abi-Zeugnis (Warum?!), Exposé, Motivation, Portfolio, Inhaltsliste, Eigenständigkeitserklärung, Aufstellung der letzten Projekte … und dann zwei Absagen. Und eine Einladung zum Gespräch nach Konstanz! Manchmal glaube ich, dass unsere künstlerischen Aufnahmebedingungen härter sind, als manches Studium. Das Gespräch hatte es ebenfalls in sich. Es erinnerte an eine gnadenlose Schießerei im Wilden Westen. Bei diesem Kanonenfeuer an Fragen blieb zum Überlegen keine Zeit. Und schon war ich wieder draußen. Die Professoren hatten nicht einmal mit der Wimper gezuckt. Ihr könnt euch vorstellen, wie ich zitterte, als ich 4 Tage später eine Email aus Konstanz im Postfach hatte. Und wie ich danach durch den Raum getanzt bin. Und gleich nach der Arbeit unseren Lieblingswein besorgt hatte, um feierlich auf die geniale Nachricht anzustoßen!

Durch die ganzen verstreuten und unvorhersehbaren Bewerbungstermine war ein größerer Urlaub ins Ausland dieses Jahr leider nicht drin. Stattdessen lernte ich Hannes‘ Eltern und Doggen (sie leiten eine Zucht und im August kamen die kleinen Welpen, uiuiui!) und schon bald seine ganze Familie bei einem gemeinsamen Urlaub in Naumburg kennen. Mit Hannes verbachte ich auch eine Woche in Kolkwitz. Wir radelten bis zum Tagebau, weiter nach Merzdorf, besuchten ein Gartenfestival im Branitzer Park, gingen bei Abendsonne zu zweit baden, hatten großen Spaß im Erlebnispark Teichland, paddelten durch den Spreewald (einen winzigen Teil) und grillten zu viert megamäßig vegan. Wir besuchten Hannes‘ Großeltern, die uns zu einem Konzert 500 Meter unter der Erde mitnahmen. Feierten mit all seinen Verwandten eine riesige Silberhochzeit sowie einen 80. Geburtstag. Gingen zu kleinen und großen Kinofilmen, zum Erfurter Campusfestival, zu Hannes‘ eigens organisierter Filmvorführung „Man for a day“ mit anschließender Diskussion mit der Regisseurin, besuchten den Vegan Summer in Jena, organisierten einen VeBu-Stand auf dem Schulhof, trafen uns mit unseren mittlerweile schon „beängstigend“ vielen Veggie-Freunden zum veganen Potluck und Stammtischen. Fuhren nach Weimar zum Seifenkistenrennen, Bauhausmuseum, Typofestival, zur Summaery und Genius Loci. Noch gar nicht lange her, mein Umzug nach Konstanz (den mir Hannes mit seiner Hilfe so viel leichter gemacht hat) mit Hörbuchmarathon zur langen Autofahrt und unsere gemeinsame Urlaubswoche am Bodensee mit einem Abstecher auf die wunderschöne Insel Mainau, auf der ich zuletzt 1992 gestanden hatte. Nicht zu vergessen, verbrachten wir fast jede Woche einen Tag bei Abendsonne im Garten und wenn uns mal nicht so nach Draußen war, liehen wir uns Filme und Bücher aus der Bibo und machten es uns zu Hause gemütlich. Und schließlich stellte ich fest, dass unser Sommer längst mehr wert war, als ein Flug ins Blaue.

Nun sitze ich hier, am letzten freien Tag, habe wahrscheinlich 20 Blogbeiträge in einem abgehandelt. Ihr seid wieder auf dem aktuellen Stand und morgen geht es los. Mit dem nächsten Abenteuer: Mastern in Konstanz! Den Veranstaltungsplan kenne ich schon ein bisschen und ich glaube, das wird hier etwas ganz anderes als in Weimar. Wenn ihr also Lust habt, neue Projekte mit mir zu erleben, bleibt dran und immer schön lesewütig. ;)

Besser als jeder Supermarkt

Und schon wieder ist so viel Zeit vergangen. Das beste Beispiel dafür ist unser Teilzeit-Leih-Garten, den wir diesen Sommer immer wieder besuchen dürfen.

Begonnen hat alles am 9. Mai, als wir unsere ersten Samen säten. Hannes hat den halben Baumarkt leer gekauft: Salatrauke, Mangold, Asiasalatmischung, Grünkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Rosenkohl und Hokkaido. Dazu die Zuckererbsensamen, die ich ihm schon im März mitgebracht hatte. Bevor der Hokkaido ins Beet kam, zogen wir ihn in einem selbstgebauten Gewächshaus (Kühlschrankfach + Folie + Klebeband) hoch. Als wir nach dem Wochenende wieder in die Wohnung kamen, war er sooo groß geworden!

Als eines schönen Morgens auf dem Weg zur Arbeit mein Fahrrad die Biege gemacht hatte, entschieden wir ganz solidarisch, gemeinsam die 3,5 km zum Garten zu laufen. Ausgerechnet am bisher heißesten Tag. Mit Sonnencreme, die einfach nicht einziehen wollte, konnte man uns wie Geister über Feld- und Sandwege laufen sehen.

Jede Woche überrascht uns der Garten mit höheren und bunteren Pflanzen. Ich wusste gar nicht, dass es so schnell geht. Bisher mussten wir kaum Unkraut entfernen – außer den Topinambur, der jedes mal irgendwo hervorlugt, obwohl er da gar nicht mehr hingehört.

Die Kamille musste leider das Feld räumen. Wir schnitten sie daher herunter, trockneten die Sträuße und nahmen schließlich ein sehr wohltuendes Bad. Die nachfolgende Säuberungsaktion der Badewanne dauerte leider doppelt so lange …

Als die Pumpe noch nicht angeschlossen war, bedienten wir uns im Flüsschen hinterm Haus (der sogar einen Namen hat: „Sulze“) und schöpften Wasser für die Beete.

Quelle

Damit die Eimer genug Wasser fassen können, gräbt Hannes das Flussbett tiefer.

Sogar Bienenstöcke gibt es in einer Gartenecke, die in direkter Flugschneise zum Kirschbaum stehen. Der Honig der Bienen wird hier fair verspeist. Nur der hintere Teil des Kastens – also die Überproduktion – wird genutzt.

Und dann neigte sich der Tag auch schon wieder dem Ende entgegen. Ein Erst-die-Arbeit-dann-das-Vergnügen-Bierchen auf der Terrasse und schließlich ein Spaziergang in der wärmenden Abendsonne. Bis nächste Woche, lieber Garten!

Neues Jahr, neue Ziele

Guckuck!

Kaum sind die alten Vorsätze abgehakt, müssen neue her. Ist doch klar!

Tollstes Weihnachtsgeschenk! Der etwas andere Kalender wird mich dieses Jahr begleiten und am Ende alle Fragen beantworten können.

Tollstes Weihnachtsgeschenk! Der etwas andere Kalender wird mich dieses Jahr begleiten und am Ende auf alle Fragen eine Antwort parat haben.

1. Spanisch lernen

¡Holi! ¿Qué tal? Seit Carmen & Paula hat mich die spanische Sprache gepackt. Sympathieträger sind immer gute Werbung. In Colchester gab es ja fast mehr Spanier als Engländer. Und wenn sie die Weltherrschaft übernehmen, will ich dabei sein! Mehr muss nicht gesagt werden, nur: dominio del mundo! Das wird eine süße Weltherrschaft. ;)

2. Verreisen

… dorthin, wo es Sonne und Meer gibt. Oder zumindest einen Pool. Denn Schwimmen ist für mich DAS Gefühl von Freiheit. In England oft das Meer zu sehen konnte dieses Gefühl nur halb vermitteln. Geschwebt sind da nämlich nur meine Haare … im Wind.

3. Einen Weg finden

2015 ist für mich das Jahr der vielen Fragezeichen. Viele Möglichkeiten heißt viele Entscheidungen treffen zu müssen. Master, Job oder Work-and-Traveln? Und wo? Und wie? Und was? Und überhaupt? Kopf und Bauch haben sich schon ein bisschen mehr mit dem kompliziertesten Ziel angefreundet. War ja klar … Es wird in jedem Fall spannend, hoffe ich!

4. und eine schöne Wohnung

… an einem schönen Ort. Mit tollen Mitbewohnern oder keinen. Eine Wohnung, die mich nicht in den Ruin treibt und in die endlich eine Couch passt. 200 Bücher pro Jahr, ich komme! :D

5. Etwas an den Mann bringen

Oooh jaaa! Das möchte ich schon ganz lange! Einen kleinen Online-Shop eröffnen und eigene Print- und Textilwerke an − wahrscheinlich eher die Frau − bringen. Meine Finger beginnen schon zu kribbeln, wenn ich nur daran denke. Hoffentlich kann ich dieses Vorhaben bald in die Tat umsetzen und damit nicht nur mich, sondern auch andere glücklich machen.

Vorsätze, nicht immer vorsätzlich erfüllt

HochzeitsblumenDas alte Jahr ist auf einmal nicht mehr da und schon hat die Primetime begonnen. 20:15! Zeit, die letztjährigen Vorsätze Revue passieren zu lassen.

1. Hier und da ein wenig abspecken

Ob ihr’s glaubt oder nicht – diesen Vorsatz habe ich über’s Jahr total vergessen. Als ich im Dezember dann darüber nachdachte, welche eigentlich die 5 Vorsätze waren, fiel es mir ein und ich schaute an mir hinunter. Check! Danke Bachelorarbeit! Du hast mir unbemerkt keine Zeit für andere Dinge gelassen.

2. Viele viele Bücher lesen

30 Bücher in einem Jahr waren das Ziel. 28 sind’s geworden – in 8 Monaten. Danach hat alle Fachliteratur meine schöne Lektüre verdrängt. *seufz* Allerdings konnte ich 8 englische Bücher verzeichnen. Und das ist ja wohl mal der Oberknaller! Für mich. Natürlich. Als Leseratte vergrößert man damit seine Auswahl mal eben auf mehr als das … was-weiß-ich-fache. Um ein Vielfaches! Ich habe endlich die Reihe fortsetzen können, die ich in meiner Kindheit geliebt habe. Die in Deutschland einfach nach dem 9. von 15 Bänden eingestellt wurde. Besonders toll war auch der Moment, in dem ich mir ein Buch aus dem Regal nahm und erst nach einigen Seiten bemerkte, dass ich Englisch gelesen hatte. Denn so muss das sein!

3. Colchester überleben

Uuaaah, hallo! Darf ich vorstellen? Claudies Geist. Sehr erfreut.

Nein, nein, alles ist gut gegangen und ich wurde von allen Seiten unterstützt. Die Engländer sind geduldige, interessierte Zuhörer, die es einfach toll finden, wenn man ihre Sprache versucht zu sprechen. Auch das Überleben in meiner Familie mit zwei Kindern wurde gesichert. Die Große war so lieb und offen und tatsächlich auch ehrlich, aber positiv ehrlich. Sie war wahrscheinlich auch die einzige, die meinen Satzbau korrigiert hat. Das hat mir ungemein geholfen. Und die Kleine …? Na ja, vielleicht bin ich doch ein wenig gestorben … ein Teil meines Trommelfells liegt jetzt in Colchester begraben.

4. Die Big Family wiedersehen

Na das hat natürlich geklappt! Und es war großartig! Ich wollte schon ewig darüber berichten. Die Fotos sind schon zusammengesucht und werden demnächst hier zu begucken sein. Bin auf jeden Fall stolz, dass ich Mitglied einer so tollen und großen Familie sein darf!

5. Bachelor of Fine Arts werden

Fast. Dass es 2014 noch nichts werden würde, lag am schon feststehenden Präsentationzeitraum Ende Januar 2015. Alles im Lot, alles im Rahmen. „Bachelor of Fine Arts anfangen und beinahe sein“ – abgehakt!

 

Und wie geht’s weiter im schönen 2015? Schaumama – hier!

Bleistift? Fineliner? Skalpell? … Moment!

Kurz zur Info: ich lebe noch … gerade noch.

transparent

Nach der Vorzeichnung die Übertragung auf’s Transparent, um es dem Scanner so angenehm wie möglich zu machen.

transparente

Fertig für den Scan und das anschließende Vektorisieren. Nur ein kleiner Teil aller Illustrationen.

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Nach links, nach rechts, ein Stück kleiner oder doch größer? Entscheidungen treffen zählt eindeutig nicht zu meinen Stärken.

Jetzt muss ich aber auch schon wieder. Also dann, bis zur nächsten Tasse Kaffee!

vorheriges Update: #5 Blitzupdate mit Katzenmütze

erstes Update: #1 Aaaaah!

Blitzupdate mit Katzenmütze

„Zeitplan … was sagt der Zeitplan? … schon wieder zu spät dran… du musst Abstriche beim Blog machen … am besten, du schreibst nur noch in Stichpunkten … Sätze werden sowie überbewertet … und Rächdschraibung …“

  • Layout nach tausend Fitzeländerungen abgehakt
  • in Schriftart verliebt
  • Ideen zur Illustration zusammengetragen
  • harmonische Farbkombinationen … noch nicht gefunden → schwieriger als gedacht
  • Kategorien festgelegt und Aussagen sortiert
  • telefonisch konsultiert – wenn es schnell gehen muss …
  • nebenbei Geburtstagsgeschenke geplant und vorbereitet
  • Texte-kürzen-Ladebalken bei 20%. Warum gibt es sooo viele bekannte Kommentare? Leute! Don’t ask me why I’m vegan. Ask yourself why you’re not!
  • in Druckerei und Binderei über Farbmanagement, Maße und Deadlines informiert
  • den Kopf über Illustrationsstil zerbrochen – was geht schnell und sieht trotzdem ansprechend aus?
  • mein Professor muss operiert werden :( → nächste Konsultation im Klinikum? Vielleicht hätte ich doch das Thema „Leitsysteme in ärztlichen Einrichtungen“ bearbeiten sollen. Es stand auf meiner Liste. Neben „Tiergestützter Therapie“.
  • trotz Zeitmangel ausgewogen gekocht
  • angewöhnt, mit 5 einhalb Stunden Schlaf auszukommen
  • und zum fast-Ende des Studiums nun doch zum Kaffeetrinker mutiert
Ernaehrungsweise

So sieht’s gerade aus. Doch nicht nur 1,5% Veganer in Deutschland, was?! ;)

Layout

Fast vergessen, dass ich Editorial Design ebenfalls liebe. Verlag, falls du das hier liest – bitte melde dich bei mir!

Katzenmuetze

Ich habe mein Grafiktablett endlich verstanden! Leider bräuchte ich bei dem Umfang der Illustrationen bei diesem Umsetzungs-Stil eine unrealistische Krankschreibung. Mimimi …

Update #1: Aaaaah!

Update #2: Grün und saftig, statt grau und trocken

Update #3: Es geht bergauf!

Update #4: Kurzer Zwischensta…